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Überraschend dürftiger Gewinn: Eine Analyse von Facebooks Quartalsbilanz

Facebook verzeichnet eine unheimliche Dynamik im Mobile Advertising – wächst aber trotzdem langsamer als erwartet

Mark Zuckerberg (Foto: TechCrunch, CC BY-NC-ND 2.0)

Mark Zuckerberg (Foto: TechCrunch, CC BY-NC-ND 2.0)


Alle drei Monate wieder ist es so weit: Die führenden Aktiengesellschaften der Internet- und Tech-Branche müssen vor ihren Aktionären Rechenschaft über ihre Geschäftstätigkeit ablegen. Darunter natürlich auch Facebook. Keine Frage: Das größte Social Network ist und bleibt der heilige Gral des Online-Marketings. Der Algorithmus im News Feed mag sich alle paar Monate ändern, Teenager mögen zu Snapchat und Instagram weiterziehen – doch Facebook bleibt neben Google fraglos der andere große Fixstern im Kosmos, um den sich auch in den nächsten Jahren alles bei der Online-Werbung drehen wird. In der jetzt veröffentlichten Bilanz für das erste Quartal 2015 wird die Dynamik im Mobile Advertising deutlich – das Zahlenwerk fällt in der Gesamtheit jedoch sehr durchwachsen aus.

3,5 Milliarde Dollar Umsatz – Heimatmarkt wichtiger denn je

Facebooks jüngste Geschäftsbilanz macht auf den ersten Blick zweierlei deutlich: Das Wachstum ist noch längst nicht ausgereizt – es verlangsamt sich aber merklich. Nach 2,5 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2014 erlöste das weltgrößte Social Network in den vergangenen drei Monaten nunmehr 3,54 Milliarden Dollar – eine Umsatz-Steigerung von 41 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Wall Street hatte mit Erlösen in Höhe von 3,56 Milliarden Dollar leicht mehr erwartet.

Bedenklicher ist indes die Dynamik der Umsatzverlangsamung in der Gesamtheit: Im Weihnachtsquartal noch legten die Erlöse um 49 Prozent, im vorangegangenen Berichtszeitraum per Ende September sogar um stolze 60 Prozent zu. Setzt sich die Geschäftsentwicklung entsprechend fort, würde Facebook im laufenden Quartal beim Umsatzwachstum erstmals in Dimensionen von unter 40 Prozent fallen.

Aus Facebooks Präsentation der Quartalsbilanz: Umsatzverteilung pro Quartal.

Aus Facebooks Präsentation der Quartalsbilanz: Umsatzverteilung pro Quartal.

73 Prozent der Werbeerlöse bereits durch Mobil-Anzeigen

Knapp die Hälfte der Erlöse (1,74 Milliarden Dollar) werden inzwischen im Heimatmarkt eingefahren – Europa folgt mit 908 Millionen Dollar weiterhin deutlich vor Asien mit 542 Millionen Dollar. Facebook-Mitglieder in den USA bringen erwartungsgemäß die höchsten Umsätze: Das Internet-Unternehmen generierte im abgelaufenen Quartal pro US-Nutzer Erlöse von 8,32 Dollar, 2,99 Dollar pro Mitglied in Europa, während Facebook pro User in Asien nur 1,18 Dollar erlöste. Oder zynisch formuliert: US-Nutzer sind für das Social Network in Dollar und Cent siebenmal wertvoller als Facebooker in Asien.

Das Geschäft mit Online-Werbung (gesponserte Posts und Anzeigen) stellt unterdessen mit 3,32 Milliarden Dollar erwartungsgemäß weiterhin den absoluten Löwenanteil der Quartalserlöse dar (94 Prozent aller Erlöse). Bemerkenswert: 73 Prozent der Werbeumsätze wurden bereits durch mobile Buchungen erzielt! Das Payment-Segment, das das Geschäft mit App-Käufen von Drittanbietern wie den Online-Spiele-Produzenten Zynga, King u.a. umfasst, generierte mit 226 Millionen Dollar dagegen minimal weniger als vor einem Jahr.

Gewinnrückgang: Facebook nur mit 512 Millionen Dollar Gewinn

Leicht über den Erwartungen der Wall Street lag dagegen die Gewinnentwicklung je Aktie, die mit 42 Cent je Anteilsschein 2 Cent über den Analystenprognosen lag. Wie viel am Ende des Dreimonatszeitraums Januar bis März unter dem Strich wirklich in Menlo Park hängen blieb, ist eine Frage der Bilanz-Lesart: Nach dem international gängigen Rechnungslegungsgrundsatz GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) verdiente Facebook in den ersten Monaten des Jahres netto 512 Millionen Dollar, nach dem laxeren Proforma-Bilanzierungsstandard Non-GAAP wären es 1,19 Milliarden Dollar gewesen.

Aus Facebooks Präsentation der Quartalsbilanz: Anzeigenumsätze pro Quartal und Kontinent.

Aus Facebooks Präsentation der Quartalsbilanz: Anzeigenumsätze pro Quartal und Kontinent.


So unterschiedlich die Bilanzierungsstandards, so verschieden ist damit auch die Gesamtaussage über die Gewinnentwicklung des nach Google zweitwertvollsten Internetkonzerns: Während Facebooks Gewinne nach dem abschreibefreundlichen Non-GAAP-Standard immerhin noch um 28 Prozent zugelegt hätten, fällt die Bilanz nach klassischen Buchhaltungsregularien weitaus weniger beeindruckend aus – Facebooks Nettoeinnahmen schrumpften im abgelaufenen Quartal um immerhin 20 Prozent!

Mark Zuckerberg wettet weiter aggressiv auf die Zukunft

Für ein Unternehmen, das an der Wall Street mit bereits über 237 Milliarden Dollar – und damit doppelt so hoch wie der wertvollste Dax-Konzern Bayer – bewertet wird, ist das eine an sich überraschend dürftige Entwicklung. Zum Vergleich: Der große Internet-Rivale Google, der nur eine rund 50 Prozent höhere Börsenbewertung aufweist, verdient etwa sechsmal mehr als Facebook.

Den Grund, warum Facebook trotz seines rasanten Wachstumskurses in den vergangenen Jahren nicht größere Gewinne einfährt, hat Konzernchef Mark Zuckerberg in der Vergangenheit immer wieder gebetsmühlenartig erläutert: Weil der Gründer auch im zwölften Geschäftsjahr des Social Networks gnadenlos auf die Zukunft wettet. „2015 wird das Jahr der großen Investments“, hatte Finanzchef David Wehner bereits vor sechs Monaten angekündigt. Die Ausgaben sollen dieses Jahr um bis 70 Prozent steigen. Das Ergebnis der aggressiven Investments, die vor allem Neueinstellungen und den Ausbau der Rechenzentren betreffen, ist nun entsprechend in der Q1-Bilanz zu besichtigen, in der die Kosten sogar um 83 Prozent explodierten.

Bereits 1,44 Milliarden Nutzer – Mobile bleibt Wachstumstreiber

Unter der Oberfläche der finanziellen Kennzahlen strotzt Facebooks Geschäftsentwicklung indes nur so vor Kraft. Bereits 1,44 Milliarden Nutzer tummelten sich per Ende März bereits auf dem mit Abstand größten sozialen Netzwerk der Welt. Trotz der schieren Größe konnte Facebook damit gegenüber dem Vorjahresquartal noch mal 13 Prozent mehr Nutzer verbuchen, als noch 1,28 Milliarden Menschen im blauen Netzwerk gezählt wurden.

Aus Facebooks Präsentation der Quartalsbilanz: Mobil aktive User pro Tag.

Aus Facebooks Präsentation der Quartalsbilanz: Mobil aktive User pro Tag.


Beeindruckend bleiben die Zuwachsraten vor allem in der mobilen Nutzung, die längst zum Treiber von Facebooks Wachstumsstory geworden ist: 1,25 Milliarden Nutzer sind inzwischen monatlich bereits via Smartphone oder Tablet auf Facebook aktiv – das entspricht einem satten Zuwachs von 24 Prozent. Die Anzahl der Mitglieder, die Facebook ausschließlich mobil nutzt, schnellte sogar um 70 Prozent auf 581 Millionen hoch.

Facebook macht süchtig: zwei Drittel aller Nutzer täglich dabei

Welchen Suchtfaktor Facebook inzwischen besitzt, macht ein Blick auf die täglich aktiven User (DAUs) deutlich: 65 Prozent aller Mitglieder – das sind 936 Millionen – loggen sich mindestens einmal am Tag im Social Network ein! Das ist die höchste Nutzeraktivierung, die Facebook je gemessen hat.

Auch eine andere Erfolgsmeldung konnte Mark Zuckerberg gestern Nacht in der anschließenden Analystenkonferenz verkünden: Die Video-Nutzung bei Facebook entwickelt sich immer dynamischer. Wurden im Januar noch drei Milliarden Videos am Tag gesehen, sind es drei Monate später nun schon vier Milliarden pro Tag. Für Facebook sind das exzellente Perspektiven, schließen lassen sich mit Video-Anzeigen höhere Erlöse generieren als über Display Ads im News Feed-Umfeld.

Börse trotzdem unzufrieden – Aktie verliert rund zwei Prozent

Dass Anleger trotzdem unzufrieden auf Facebooks neustes Zahlenwerk reagierten, ist den Besonderheiten der Wall Street geschuldet, die bei Bilanzvorlage erwartet, dass die Analystenschätzungen möglichst deutlich übertroffen werden. Mark Zuckerberg konnte diesen Erwartungen gestern nicht gerecht werden – entsprechend fällt die Facebook-Aktie nachbörslich um rund zwei Dollar auf knapp 83 Dollar zurück.

Aktionäre, die seit dem Börsengang vor knapp drei Jahren engagiert geblieben sind, werden sich dagegen kaum beklagen. Nach einem spektakulären Fehlstart, bei dem sich die Aktie in den ersten Monaten mehr als halbierte, hat sich Facebook an der Wall Street zu einer veritablen Erfolgsstory entwickelt. Seit Jahresanfang liegt das Papier um 8 Prozent vorne, seit dem IPO im Mai 2012 um 122 Prozent – und seit dem Allzeittief im September 2012 sogar um 350 Prozent. Da sage noch einer, man hätte mit Facebook trotz des relativ späten Börsengangs nicht ansehnliche Kursgewinne verbuchen können…

 
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2 Kommentare

  1. Bjoern Sjut 24.04.2015 um 11:01 Uhr Antworten

    Der nächste Sprung in den Facebook Umsätzen dürfte wohl erst kommen, wenn Facebook das Thema Bewegtbildvermarktung richtig anschiebt. Klar können Unternehmen jetzt schon eigene Video Ads schalten, aber das meine ich nicht.

    Momentan bekommen Video-Postings überproportional viel organische Reichweite – das ist für mich ein relativ sicherer Indikator dafür, dass Facebook Publisher (Medienmarken, aber auch Youtuber) Reichweitenanreize bieten will, mehr Video-Content auf die Plattform zu schieben. Und das macht für Facebook dann am meisten Sinn, wenn diese Videos in Zukunft auf Revenue Share Basis vermarkten werden können.

    Ich tippe mal darauf, dass spätestens in Q3 erste Test-Cases öffentlich werden und das ganze Thema im Weihnachtsquartal ordentlich Umsatzfeuer entfalten kann.

  2. Maximilian Bregenz 09.05.2015 um 19:23 Uhr Antworten

    Ich sehe das auch so. Sobald es mal eine vernünftige Alternative zu Youtube gibt wird diese durchstarten. Facebook hat das potential dazu.
    Gerade auf dem Land mit langsamen Verbindungen läuft Youtube leider noch wesentlich besser als Facebook oder VIMEO.

    Aber Facebook weiß schon genau welche Filme mir gefallen. Das heißt in Zukunft könnte BLUEBOOK das CND für Filme werden.

    Auch Unternehmen wie Spotify sind zwar gut aufgestellt, könnten aber von FB überrollt werden. Sobald die Medien Delivery funktioniert.

    Leider hat FB in den vergangenen Jahren zwar eine beeindruckende Ladezeit für Bilder realisiert. Die Rechteverwaltung ist für viele User aber immer noch undurchsichtig. Wobei die Freundeslisten genial sind.

    Ich denke Bauingenieure können besser baggern. Deswegen wird FB noch spannender als jetzt schon.

    Welcome Ex Machina 🙂

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