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Vergiss SEO oder Edel-Federn: Promis sind das neue Gold im Reichweitenaufbau

Ashton Kutcher zeigt mit A+ wie es geht, hat irren Erfolg und setzt ein Signal, dem künftig vielleicht viele Publisher folgen werden

Ashton Kutcher (Foto: JD Lasica)

Ashton Kutcher (Foto: JD Lasica)


Relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Schauspieler und Promi-Investor Ashton Kutcher mit einem von ihm initiierten neuen Publishing-Projekt namens A+ innerhalb von neun Monaten offenbar die Top 50 der reichweitenstärksten Websites der USA erreicht. Im vergangenen Monat verzeichnete die Seite bereits mehr Besucher als ihr Vorbild Upworthy. Nun könnte sich die Reichweite noch einmal vervierfachen – denn Kutcher bezahlt seit Kurzem bekannte US-Promis dafür, dass sie die Artikel von A+ über ihre Social-Media-Profile teilen.

Die bekannten Musiker Lil Wayne (56 Millionen Fans bei Facebook), Nicki Minaj (45 Millionen Fans) und T.I. (22 Millionen Fans) verbreiten Weise seit Kurzem bereits auf diese regelmäßig Beiträge von Aplus.com – ebenso wie natürlich Kutcher selbst, dem 18 Millionen Menschen bei Facebook folgen. Nach Informationen von Business Insider haben die Betreiber von A+ auch mit Rihanna, Britney Spears und den Schauspielern Melissa Joan Hart, Lena Dunham und James Franco Gespräche über eine Partnerschaft geführt.

Das so genannte Influencer Marketing, bei dem Web- und andere Promis dafür bezahlt werden, Produkte über ihre Profile im Web zu promoten, erfährt aktuell in der Marketingbranche große Aufmerksamkeit. Agenturen wie The Mobile Media Lab in den USA und Brandnew.io in Europa haben ein Netzwerk aus Personen mit hoher digitaler Reichweite aufgebaut und bieten Unternehmen Produktplazierungen und bezahlte Werbeposts an. Kutcher will dieses Prinzip nun offenbar auf das Publishing übertragen. Die Idee birgt möglicherweise enormes Potenzial. Online Marketing Rockstars hat selbst erfahren, in welch unglaublichem Maß Web-Promis wie Simon Unge oder Sascha Lobo den Traffic einer Website in die Höhe treiben können.

Sollen die Promi-Partner auch als Werbeträger fungieren?

Möglicherweise sollen bei A+ die prominenten Partner aber nicht nur als Traffic-Treiber agieren, sondern auch als Hebel bei der Monetarisierung der Plattform. Darauf deuten bisherige Inhalte der Plattform hin. Laut einer Pressemitteilung haben die Unternehmen Lenovo und Bacardi bereits Verträge mit den Betreibern von A+ unterzeichnet. Wer die Seite nach entsprechendem Content durchsucht, stößt auf Videos, in denen Ashton Kutcher Lenovo-Produkte mit Kindern und mit Senioren testet und einen Artikel, in dem der US-Promi anhand von animierten GIFs demonstriert, wie er einen Tablet-Rechner des Unternehmens in seinen Tagesablauf integriert.

Wie Business Insider ausgerechnet hat, könnte sich die Reichweite von A+ s mit den drei bisher verpflichteten Promi-Postern vervierfachen. Dabei konnte das Projekt schon ohne die Unterstützung von „Social Influencern“ bisher ein ansehnliches Wachstum vorweisen: Zahlen des Statistikdienst Quantcast zufolge soll Aplus.com im Januar weltweit monatlich von 47 Millionen Unique Usern aufgerufen worden sein, 27 Millionen davon kommen aus den USA. Damit verfügte die Website über eine größere Reichweite als Upworthy (27 Millionen Unique User weltweit, 19 Millionen in den USA). Im Mobile Web rangiere A+ in der Top 15 der reichweitenstärksten Seiten. Quantcast-Mitbewerber SimilarWeb schätzt die Reichweite von A+ zwar niedriger (21,3 Millionen Unique User) ein, aber auch hier liegt das Kutcher-Projekt mittlerweile vor Upworthy (19 Millionen Unique User).

Die Traffic-Entwicklung von Aplus.com laut SimilarWeb

Die Traffic-Entwicklung von Aplus.com laut SimilarWeb

Reichweiten-Boost mit nicht einmal einem Dutzend festen Redakteuren

A+ hat diese Reichweite mit einem Team von nur zehn Redakteuren aufgebaut. Neben den festen Mitarbeitern kann aber auch jeder andere User Beiträge auf der Plattform einstellen. Falls der Beitrag durch einen der prominenten Partner geteilt wird, zahlt A+ eigenen Angaben zufolge 150 US-Dollar. Laut Business Insider kann das Honorar abhängig vom Traffic, den der jeweilige Artikel zielt, auf bis zu 550 US-Dollar steigen.

Das inhaltliche Konzept von A+ erinnert stark an das der bereits erwähnten Viralseite Upworthy, die mit ihren Inhalten „große Aufmerksamkeit für Dinge, die wichtig sind“ erzielen will. In der About-Sektion von Aplus.com heißt es: „Bei einem typischer Beitrag von A+ ist der Leser nach dem Lesen zufriedener mit sich selbst oder der Welt um ihn herum.“ Aktuell lauten die Titel der drei jüngsten Beiträge auf der Plattform „These Dancers tell a story with their bodys“, „You’ll Think Twice About The Power Of Music After Seeing How It Drastically Changes This Elderly Man“ und „This Woman Invented A Simple Way To Collect Clean Water With Pipes And Mosquito Nets“. Wie andere Viralseiten auch, findet A+ mittels multivariatem Testing heraus, welche Headline bei einem Artikel am besten funktioniert, wie Kutcher gegenüber der LA Times erklärte.

Inhalte von der Konkurrenz abgekupfert

Am Anfang fanden sich auf der Plattform offenbar noch größtenteils nahezu komplett abgekupferte Artikel von Konkurrenz-Websites, wie Daily Dot im vergangenen August berichtete. Damals habe sich die Seite noch „im Experimentierstadium“ befunden, sagte Kendall Dabaghi nun gegenüber Business Insider – mittlerweile hätten die Plattform-Betreiber das Archiv der Seite gelöscht, neue Richtlinien eingeführt und ein Tool entwickelt, das Plagiate automatisch entdeckt.

Dabaghi, vormals als Analyst für McKinsey tätig, agiert als „President“ von A+; CEO ist der Unternehmer und Software-Entwickler Evan Beard, den Kutcher über das Startup-Programm Y Combinator kennengelernt hat. Kutcher selbst agiert als Beiratsvorsitzender des Betreiberunternehmens. Laut Business Insider besitzen die drei Gründer das Unternehmen zu jeweils gleichen Teilen. Eine vierte, bislang unbekannte Partei habe 300.000 US-Dollar in das Unternehmen investiert.

Eine Problematik, die die Macher von A+ vermutlich noch lösen müssen, ist, dass die Reichweite der Promi-Partner der Seite nur geliehen und damit nur so lange nutzbar ist, wie die Betreiber der Website dafür bezahlen. Trotz der hohen Besucherzahlen hat Aplus.com selbst bei Facebook derzeit nur knapp 160.000 Fans.

 
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3 Kommentare

  1. Patrick 24.02.2015 um 12:57 Uhr Antworten

    160.000 Fans und 4 Likes unter den Posts…*hust* 😀

    Echt keine tolle Seite, aber da sieht man mal, was Influencer und Promis ausmachen können 🙂

  2. David 24.02.2015 um 14:30 Uhr Antworten

    @Patrick: Es ist doch vollkommen egal, wie viele Likes der Beitrag bekommt. Die Leser kommen nicht vorwiegend über die A+ FB Seite, sondern über die Shares der User auf ihren Profilen.

    Social Traffic wird erst dann richtig mächtig, wenn andere Quellen als die eigenen Channels die Links teilen.

  3. mercalli12 25.02.2015 um 09:07 Uhr Antworten

    Was für eine unnötige Seite. Unnützes Wissen für die Massen.

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