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Berg kaufen, Politiker via Faz beschimpfen – So generiert ein Online-Unternehmer mit kuriosen Marketing-Coups clever Reichweite

Rolf Hilchner von Ashampoo und CleverReach im Porträt

Anlässlich seines Geburtstags pries Rolf Hilchner in einem Youtube-Video Ashampoo-Software zum Sonderpreis an

Anlässlich seines Geburtstags preist Rolf Hilchner im Jahr 2009 in einem Youtube-Video Ashampoo-Software zum Sonderpreis an


Er schimpfte via ganzseitigen Anzeigen in der FAZ auf Politiker, versuchte, zwei österreichische Berggipfel zu kaufen, um diese nach seiner Firma umzubenennen, und verkaufte den Porsche seines Finanzchefs, um mit dem Erlös den Bau eines Fußballstadions mitzufinanzieren – immer wieder generiert Unternehmer Rolf Hilchner mit kuriosen PR-Aktionen Aufmerksamkeit für seine Firmen. Der heute 58-Jährige ist Gründer des Oldenburger Software-Unternehmens Ashampoo und führt mittlerweile unter anderem die Geschäfte des E-Mail-Marketing-Dienstleister CleverReach. Wir haben für Euch einen Blick auf seine größten Coups und seine aktuellen Aktivitäten geworfen.

„So nicht, liebe Politiker!“ lautet die aufmerksamkeitsheischende Headline einer ganzseitigen Anzeige, die die Leser der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 2. November 2005 beim Aufschlagen begrüßt. Geschaltet haben diese der Ashampoo-Gründer Rolf Hilchner und sein Kompagnon Wilhelm Bogena. Beide hatten sich zuvor angeblich über das Verhalten der Politiker nach der vorhergehenden Wahl geärgert und forderten die Volksvertreter per Print-Anzeige auf: „Stehen Sie zu ihrem Wort!“
Die Anzeige von Ashampoo in der FAZ

Die Anzeige von Ashampoo in der FAZ


Mehr als 35.000 Euro soll die Schaltung der Anzeige gekostet haben – für ihre Urheber dürfte sie sich trotzdem gelohnt haben. Denn zum einen enthält sie auch einen Link zu einer Aktions-Seite auf der Firmenseite von Ashampoo, auf der andere Bürger ihrem Ärger ebenfalls Luft machen können sollten. 5.726 Statements sollen damals eingegangen sein. Zumindest ein Teil der Website-Besucher dürfte in seiner Neugier über die Urheber der mysteriöse Aktion auch einmal das Produktportfolio des Software-Unternehmens angesehen haben – und am Ende vielleicht auch etwas gekauft haben. Zum anderen dürfte bereits der Media-Wert der Berichterstattung über die Aktion den Anzeigenpreis weit überstiegen haben – denn Nachrichtenmagazine (u.a. der FOCUS, Spiegel Online), Rundfunkstationen (NDR1, NDR2, Deutschlandradio) und auch das Fernsehen (SAT.1, ZDF, NDR) griffen die ungewöhnliche Aktion auf.

Persönlicher Dankesbrief vom Finanzminister

Eine Woche später schaltet Ashampoo eine weitere ganzseitige FAZ-Anzeige. Diesmal rufen die beiden Unternehmer unter dem Motto „So geht’s, liebe Politiker!“ dazu auf, zu spenden, um die Schuldenlast des deutschen Staates zu reduzieren. Mehr als 25.000 Euro kommen zusammen, 10.000 alleine von Ashampoo selbst gespendet. Der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bedankt sich für die Aktion per Brief bei Hilchner und Bogena.

Die „Es reicht!“-Initiative beschert dem mittelständischen Oldenburger Software-Unternehmen Ashampoo nach einem offenbar eher holprigen Start im Jahr 2005 erstmals größere Aufmerksamkeit. Hilchner hatte das Unternehmen im Jahr 1999 aus der Taufe gehoben. Erstes Produkt war die namensgebende Windows-Software „Ashampoo Uninstaller“, den Hilchner mit dem Satz „It cleans your windows like a shampoo“ beschrieben haben soll. Später kommen zu den Software-Utilities auch Multimediaprogramme hinzu. Das Unternehmen setzt im Vertrieb vor allen Dingen auf die eigenen Plattformen. „Zum Erfolg hat uns auch der konsequente Verzicht auf den Fachhandel geführt. Von Anfang an verzichtet Ashampoo auf Pappboxen und auf teure Lagerfläche im Ladengeschäft. Unsere Software steht stattdessen rund um die Uhr auf unseren Web-Seiten zum Download bereit“, sagt Hilchner 2009 anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von Ashampoo.

Trashiges Youtube-Video soll Stadionfinanzierung anschieben

Immer wieder sorgen Hilchner und sein Kompagnone mit skurrilen Aktionen für Aufmerksamkeit. Als am Firmensitz in Oldenburg über ein neues Stadion für den örtlichen Fußballverein VfB diskutiert wird, rufen die Ashampoo-Chefs eine weitere Initiative ins Leben. In einem trashigen Youtube-Video ruft Hilchner erneut zu Spenden auf und bringt seinen Partner und Finanzchef Bogena dazu, dessen Porsche Carrera für eine Ebay-Auktion zu spenden, deren Erlös ebenfalls der Iniative zufließt. Ein Freundschaftsspiel des VfB gegen Hansa Rostock soll weitere Einnahmen bringen. Diesmal berichtet unter anderen die TAZ über die Aktion.

Für den Stadionbau reicht es letztendlich bei weitem nicht. Als eine andere Initiative gegründet wird, überweisen die Ashampoo-Chefs einem Zeitungsbericht zufolge den Spendern ihre Gelder zurück. Später sponsert Ashampoo das Jugendleistungszentrum des Fußballvereins; heute ist Deutschland Digital, ein weiteres Unternehmen von Hilchner, Hauptsponsor des VfB Oldenburg.

Im Jahr 2011 macht der staatliche österreichische Immobilienverwalter BIG Schlagzeilen mit Plänen, zwei Berggipfel in den Tiroler Alpen verkaufen zu wollen – für insgesamt 121.000 Euro. Hilchner wittert erneut die Chance auf einen PR-Coup, fährt nach Österreich und verkündet Pläne, beide Gipfel kaufen zu wollen, um diese in „Ashampoo 1“ und „Ashampoo 2“ umzubenennen. Nach wütenden Protesten kommt der Verkauf nicht zustande – dem Spiegel und der Süddeutschen sind ist die Posse trotzdem jeweils ein Bericht wert.

Wette auf Popsternchen scheitert

Nicht immer gehen die Aktionen und von Hilchner auf – 2011 etwa wettet der Ashampoo-Gründer, die erste Single des von ihm unterstützen Popsternchens Jeremy Williams über den E-Mail-Verteiler von Ashampoo auf die Nummer 1 der Charts hieven zu können. Die Wette mißlingt, Williams kennt heute kaum jemand.

Geschadet haben dürften Ashampoo die kuriosen Aktionen des Gründers trotzdem nicht. Laut einem aktuellen Firmenporträt beschäftigt das Unternehmen derzeit mehr als 55 festangestellte Mitarbeiter und verzeichnet 18 Millionen registrierte Kunden sowie 170 Millionen Installationen. Hilchner und sein Kompagnon Bogena haben im Jahr 2011 die Führung des Unternehmens abgegeben und sich in den Aufsichtsrat des zurückgezogen.

Wilhelm Bogena (links) und Rolf Hilchner heute

Wilhelm Bogena (links) und Rolf Hilchner heute


Langweilig dürfte es den beiden Gründern jedoch nicht werden, denn bei vielen weiteren Firmen sind sie weiterhin im operativen Geschäft tätig. Mit dem Unternehmen Airshampoo verkaufen beide unter anderem gebrauchte Flugzeuge, unter Carshampoo gebrauchte Edelkarossen und unter Netcar.de Neuwagen. Auch im Immobiliengeschäft sind Hilchner und Bogena aktiv.

CleverReach – das deutsche Mailchimp?

Zuletzt waren die beiden Gründer offenbar mit ihrer E-Mail-Marketing-Software CleverReach sehr erfolgreich. Ihre Geschichte erinnert an die des US-Marktführers Mailchimp. CleverReach ist ein Nebenprodukt des Newsletter-Marketings von Ashampoo. Seit 2007 bieten die Entwickler die Software auch anderen Unternehmen an; bis zu einem gewissen Umfang ist die Nutzung kostenlos. Wie Google Trends offenbart, steigt das Interesse an der Software stetig:

Laut einem Bericht von Deutsche Startups belief sich der Ertrag von CleverReach im vergangenen Jahr auf drei Millionen Euro und verzeichnet rund 70.000 Kunden in mehr als 150 Ländern. Auch hier setzt Hilchner auf ungewöhnliche Konzepte: Aktuell testet CleverReach – für einen E-Mail-Marketing-Dienstleister sehr ungewöhnlich – Fernseh-Werbung unter anderem bei n-tv, N24, DMAX und Sport1. Im kommenden Jahr will das Unternehmen seine Neukundenzahlen verdreifachen.

 
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1 Kommentar

  1. JKa 04.12.2014 um 13:56 Uhr Antworten

    Hammerstory und interessanter Typ. Für mich ein OM Rockstar! 🙂

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  1. Daniel’s OM-Rückblick KW49 - Kolumne24.de | Kolumne24.de

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