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Das nächste große Ding: Mobile Deep Linking

Diese Denkweise und diese Firmen werden den mobilen Markt verändern

(Foto: Pedro Paulo Cunha / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0)

(Foto: Pedro Paulo Cunha / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0)


Viele Funktionen, die für das Web perfektioniert wurden, laufen im Mobile-Bereich nicht wie beispielsweise das Verlinken von einer App zu einer anderen. Wenn ein User auf seinem Smartphone mit der Google Maps App ein Kino für seine Abendplanung ausgewählt hat, kann er von dort aus nicht direkt Tickets kaufen, sondern muss die App verlassen und eine für seine Zwecke passende suchen. Das macht die Nutzung sehr umständlich. Das Zauberwort an dieser Stelle heißt „Deep Linking“.

Wer mit dem Smartphone bei Facebook eine Nachricht verschicken will, wird automatisch in die Messenger-App von Facebook weitergeleitet oder aufgefordert, diese zu installieren. Der Rückweg von der Messenger-App zurück zur Facebook-App ist ähnlich einfach. Dieses Verlinken auf Unterseiten von Apps nennt sich Mobile Deep Linking und es ist gerade dabei, den Mobile Markt zu revolutionieren.

Screenshot Deep Linking bei Google

Screenshot Deep Linking bei Google

Unternehmen und Werbetreibende wittern ihre Chance

Die großen Mobile Player Facebook, Google und Apple haben im Frühjahr dieses Jahres große Entwicklungen im Bereich Deep Linking angekündigt.

Screenshot deeplink

Screenshot deeplink

Die Möglichkeit, von einer App in eine andere zu verlinken, ist aus kommerzieller Sicht sinnvoll – schließlich basiert ihr Geschäft auf Werbung und der Großteil der mobilen Werbeeinnahmen wird durch App-Verkäufe erzielt. Außerdem können mit Deep Links Leads zum Konvertieren gebracht werden und Kampagnen besser optimiert werden. Yahoo kaufte kürzlich das Mobile-Marketing Unternehmen Sparq, das Werbetreibenden und App-Entwicklern ermöglicht, URLs zu erstellen, die den User zu einer Unterseite innerhalb einer App weiterleiten und nicht auf eine extra Website. Beispielsweise gelingt es, auf Songs innerhalb der Mobile App von Spotify zu verlinken. Unternehmen wie Deeplink, URX, Appboy und Kahuna bieten ebenfalls Deep Linking-Lösungen an. Möglicherweise bestimmen diese Firmen das Mobile Advertising in Zukunft mit.

Warum hört man erst jetzt von Deep Links?

Das Internet ist ein riesiges Netzwerk, das aus Links besteht – Links, die hauptsächlich von Usern erstellt wurden, um statische Seiten miteinander zu verknüpfen. Irgendwann wurde erkannt, welcher kommerzielle Wert in der Suche und damit auch in den Verlinkungen steckt. Heute hat ein Link im Web nicht nur einen hohen Wert – er gilt als Währung im Online Marketing.

Im Mobile-Bereich läuft diese Entwicklung genau anders herum. Dort werden die Links erst jetzt aufgebaut und zwar von Unternehmen und nicht von den Usern. Als Apple 2008 seinen App-Store gelauncht hat, wurde das Prinzip von Apps als stark personalisierte, separate Einheiten umgesetzt. Mit dem Web, das von allen Usern konsumiert und mitgestaltet wird, hat das nicht viel zu tun.

Deep Linking war vor sechs Jahren noch ein eigenes Konzept, das zwar für Apps von Beginn an durch die „Custom URL Schemes“ von der iOS-Plattform unterstützt, allerdings nicht ideal integriert wurde, sodass in den ersten Jahren der mobilen Apps keine Deep Links verwendet wurden. Venturebeat zieht aus der starken Entwicklung des Mobile Deep Linkings die Erkenntnis, dass Apps niemals isoliert voneinander hätten entwickelt werden sollen.

Die „lächerliche Pre-Web-Phase“ muss überwunden werden

Das Mobile Web hat sich zu einem separaten, dysfunktionalen Internet mit vielen Apps entwickelt, die als eigenständige, kleine Ökosysteme nur schwer in Verbindung zueinander treten können. Durch Mobile Deep Linking kann diese Entwicklung in eine andere Richtung gelenkt werden. Bis jetzt liegt das Thema im Zuständigkeitsbereich der Entwickler und versierten Vermarkter und wird dort auch immer besser umgesetzt.

Bis die Nutzer eigene Deep Links sinnvoll und leicht erstellen und innerhalb von Apps teilen können, wird es vermutlich noch einige Zeit dauern. Erst dann kann die „lächerliche Pre-Web-Phase“, wie sie Wired-Gründer John Battelle beschreibt, überwunden werden. Er stellt sich die Zukunft des Mobile Webs so vor, dass die User selbst von Applikationen aufgefordert werden, Links innerhalb von Apps zu teilen und dieses Sharing von allen positiv angenommen wird – so wie es einst mit dem ursprünglichen Internet auch war.

 
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5 Kommentare

  1. Artur Kosch 25.08.2014 um 22:05 Uhr Antworten

    Hey Brithe,

    super Aritkel. Ich habe mich erst vor kurzem mit dem Thema beschäftigt, da Apple mit iOS 8 genau so etwas geplant hat.

    Hier sollen mehrere Apps mit einander verknüpft werden und mit einander interagieren.

    Am 9. September erscheint iOS 8. Bin sehr gespannt darauf. 🙂

  2. Birthe Ziegler Post author25.08.2014 um 23:59 Uhr Antworten

    Hallo Artur, danke für deinen Kommentar. Ja, ich bin auch gespannt, wie Apple die Vorhaben umsetzt und ich hoffe auf mehr Nutzerfreundlichkeit. Wir werden sehen.

  3. Miladin 26.08.2014 um 09:00 Uhr Antworten

    …kurz und knapp, alle wichtige Infos für die mögliche Zukunft auf dem Schirm – wird geteilt!
    Danke…
    🙂

  4. Gerrit 26.08.2014 um 12:43 Uhr Antworten

    Klasse Artikel, der in der Tat eines der relevantesten Themen in Mobile, insbesondere für Apps mit einem transaktionalen GEschäftsmodell, vorstellt. Neben den genannten Anbietern sollte aber durchaus erwähnt werden, dass sich auch auf Technologie-Anbieterseite, z.B. 360dialog, einiges in Deutschland und Europa tut und nicht nur in Übersee. Ich sehe mehr und mehr spannende Deeplinking Projekte auch von deutschen Shops, wie z.B. Westwing oder Eventim, die verstanden haben, dass die Conversion-Rates in Apps typischerweise deutlich höher sind, als im mobilen Web. Ich freue mich auf viele weitere Artikel zu diesem Thema!

  5. Beejay 27.08.2014 um 12:22 Uhr Antworten

    Wir haben vor ein paar Jahren schon damit experementiert. Hier gab es die Möglichkeit direkt per spezieller URL in eine App zu springen. War die App installiert startet diese mit dem gewünschten Content. Allerdings hatte das ganz Grenzen man konnte es nur unter iOS umsetzen zunächst und es ging nur für die eigenen URLs da es eine URL war die nur unter iOS erkannt wurde, lief der Link bei Nutzung eines stationären Systems auch leider ins leere. Denke das die Verlinkung im Hintergrund von Apps unter iOS8 hier schon entsprechende Veränderung mit sich bringt. Allerdings, oder auch gut, kann der Benutzer die Verkettung ein- bzw ausschalten bei Bedarf.

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