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Die meist unterschätzten Seiten der Welt

Welche Seiten haben 12 Millionen Unique User am Tag und keine Adsense-Anzeigen?

(Bild: possan / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0)

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Zwölf Millionen Unique User täglich, also am Tag locker mehr Reichweite als Spiegel Online im Monat – bei dieser Zahl müssten alle Wagniskapitalgeber und Heftig.co-Hype-Beobachter normalerweise durchdrehen. Diese Reichweite wird allerdings nicht online erreicht, sondern auf einem schon seit den 80er Jahren etablierten Kanal – dem Teletext.

Dreiviertel der Deutschen nutzen Teletext

Laut dpa-Tochter news aktuell waren im vergangenen Jahr insgesamt 60 Millionen verschiedene Besucher auf den überschaubaren Teletext-Seiten der verschiedenen Fernsehsender des Landes unterwegs. Zur Verdeutlichung: Das sind dreiviertel aller Bundesbürger. Auch wenn die Zahl der täglichen Nutzer seit 2010 von 16 Millionen täglichen Nutzern auf zwölf Millionen im vergangenen Jahr zurückging, erreicht der Kanal noch immer extrem viele Menschen – genug Potenzial, um das AGOF-Ranking der größten Websites zu pulverisieren.

Der Videotext der ARD ist mit einem Marktanteil von 18 Prozent der beliebteste Teletext in Deutschland. Auch wenn die 44 Millionen Unique Visitors im letzten Jahr mehr als die Hälfte aller Deutschen ausmachen, dürfte der Großteil der Nutzung der älteren Generation zuzuschreiben sein, denn das Durchschnittsalter der ARD-Zuschauer liegt bei 60 Jahren. Von den insgesamt zwölf Millionen Teletext-Besuchern sind über zwei Millionen täglich bei der ARD unterwegs. Dabei werden hauptsächlich aktuelle Nachrichten, Sportberichte und Programminfos abgefragt.

Teletext-Marktanteile 2013 (Quelle: Statista)

Teletext-Marktanteile 2013 (Quelle: Statista)

Die durchschnittliche Verweildauer der ARD-Videotext-Besucher könnte einige überraschen – sie beträgt nach eigenen Angaben 4:30 Minuten. Zum Vergleich: Laut SimilarWeb* liegt die Verweildauer auf Spiegel.de bei 5:21 Minuten.

Oldschool Pixel-Werbung

Wer eine Werbeanzeige in der pixeligen, sechsfarbigen Oldschool-Optik schalten will, kann dies nur auf den Teletexten der Privatsender machen – seit 2001 ist dies bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr gestattet. Beworben werden hauptsächlich gebührenpflichtige Telefon-Hotlines, Gewinnspiele und Erotik-Angebote. Warum eigentlich? Wir würden uns über kenntnisreiche Kommentare freuen.

Sat.1-Teletext

Sat.1-Teletext

Werbung beim Teletext von Sat.1, welcher bei einem Marktanteil von acht Prozent täglich eine knappe Million Unique Visitors erreicht und damit der reichweitenstärkste der ProSiebenSat.1-Gruppe ist, kann beim Vermarkter SevenOne Media gebucht werden. Die Berechnung erfolgt nach Dauer und Frequenz sowie nach Anzahl der Zellen und Zeichen. Eine siebentägige prominent platzierte Werbung auf der Startseite des Teletextes, die mittig und in der Frequenz 1/12 erscheint, kostet 7.840 Euro – das ist der unverhandelte Brutto-Festpreis. Will man seine Werbebotschaft in der rechten Ecke einer Themenübersichtsseite platzieren, bezahlt man 525 Euro.

Teletext trifft auf Internet

Eine Teletext-Seite kann 40 Zeichen und 24 Zeilen in sechs verschiedenen Farben darstellen – so war es 1980 und so ist es noch heute. Die Verknappung einer Nachricht stellte die Teletext-Redaktionen damals vor neue Herausforderungen, doch die technisch bedingte Beschränktheit war erfolgreich. Mittlerweile erinnert die begrenzte Zeichenanzahl an Tweets bei Twitter. Die Anknüpfung ans Internet sucht der ARD-Teletext übrigens mit „Teletwitter“ auf Seite 777, wo aktuelle Tweets von Zuschauern zu laufenden Sendungen wie etwa dem Twitter-Liebling Tatort oder parallel zu Fußballspielen gezeigt werden.

So paradox es auch wirken mag, viele Teletexte sind auch online abrufbar – die pixeligen Infoboxen können mit einem Fernbedienungs-ähnlichen Modul gesteuert werden. Das Erste erklärt das Verhältnis zwischen Computer und Teletext übrigens so: „Am stärksten nutzen die Zuschauer Videotext am Abend, also, wenn der Computer schon runtergefahren ist.“ Oder anders formuliert: Der Teletext ist der Second-Screen für die Generation 50 plus.

Wenn wir ein B2C-Startup wären und etwas Gängiges verkaufen wollten, wäre Teletext auf jeden Fall eine Option. Könnte funktionieren. Vergesst Click to call und so – einfach Teletext-Werbung und Hotline schalten.

*Update vom 16.11.14: SimilarWeb verwendet für die Erstellung von Statistiken offenbar Daten, die das Unternehmen sowie Dritte ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer über Browser-Erweiterungen erhoben hat – mehr hier.

 
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4 Kommentare

  1. Herr Yeah 26.08.2014 um 22:04 Uhr Antworten

    Für die Werbebranche wäre es äußerst interessant, wenn der Teletext auf eine standardisierte Version 2.0 gebracht würde.

    Ein Teletext, der ähnlich einer Webseite (z.B. in Html und Css) gestaltet ist und klickbare Werbebanner enthält, welche nach einem Klick möglicherweise sogar eine Internetseite auf einem verbundenen Gerät (Laptop, Tablet, Smartphone) öffnen; das wäre doch was.

    1. Birthe Ziegler Post author26.08.2014 um 23:34 Uhr Antworten

      Interessante Vorstellung – mit der Entwicklung im Bereich Smart TVs wird da sicherlich noch einiges kommen, auch wenn in den Teletexten der öffentlich-rechtlichen Sender bisher nicht geworben werden darf.

  2. Felix Buller 10.10.2014 um 21:51 Uhr Antworten

    Witzig. Erst heute bei besagten unternehmen angerufen 🙂

    Zur Fragestellung: kostenpflichtige hotlines sind idiotenfilter. Hinter den rufnummern sind callcenter geschaltet, welche die anrufmassen bedienen. Ja nach teletext, thema und gestaltung können das auch 3stellige anruferzahlen gleichzeitig sein. Ich habe vor jahren marketing und vetrieb socher hotlines gemacht. Das kann ziemlich abgehen. Entsprechend sind die gebühren beim callcenter. Das kann je nach länge und inhalt zwischen 50 cent und mehreren eur pro call liegen. Bei einer 0800er würxe die kalkulation nach hinten losgehen…

    Lg, Felix

  3. Frank 11.10.2014 um 05:38 Uhr Antworten

    Hm, also ich habe auf ARD 2 verschiedene Teletexte, den alten und den neuen über die rote Taste (HBTV). Wobei das neue etwas cooler aussieht und viel übersichtlicher wirkt, zumal auch das Fernsehbild in der Ecke weiterhin angezeigt wird.

    Wenn ich den HBTV Teletext bei ProSieben aufrufe, erscheint allerdings ein Werbebanner in der oberen rechten Ecke @Yeah und klicke ich diesen an, kommt ein WerbeVideo. Wobei ich auch gleich mal Facebook Fan werden kann oder manchmal bei einem Gewinnspiel mitmachen kann. Und wenn ich will kann ich mir das auch auf mein Tablett oder so streamen. Also eigentlich gibt es das schon? So fast, wie Du es beschrieben hast.

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  1. Wo bleibt eigentlich der Teletext 2.0?

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