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Emoji Apps GmbH: Das geheime, millionenschwere App-Imperium?

Robert Beierheimer entwickelt Emoji-Apps – und zwar offenbar äußerst erfolgreich

Emoji
Hat ein 32-jähriger Grazer im Alleingang und relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit in den vergangenen sechs Jahren auf den Mauern von simplen Emoji-Apps ein millionenschweres App-Imperium errichtet? Recherchen von Online Marketing Rockstars legen diese Vermutung nahe. Hochrechnungen zufolge könnte der Entwickler Robert Beierheimer mit seinem Unternehmen Emoji Apps GmbH in diesem Jahr schon drei Millionen Euro umgesetzt haben. Ist das möglich? Und wenn ja: Mit welchen Marketing-Tricks hat es Beierheimer geschafft, sich gegenüber einer Flut von Mitbewerbern zu behaupten? Wir haben bei Branchenexperten nachgefragt.

Falls Robert Beierheimer am vergangenen Donnerstag einen Blick in die Download-Statistiken der von ihm entwickelten App „Neue Emoji Tastatur – Extra Emojis“ geworfen haben sollte, dann dürfte ihn dieser mit Befriedigung erfüllt haben: In Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz rangierte seine Anwendung in Apples App Store unter den Kauf-Apps auf Platz 1; in weiteren europäischen Ländern wie Norwegen, Italien und Dänemark verzeichnete sie einen einstelligen Tabellenplatz. In den Wochen zuvor hatte die „Neue Emoji Tastatur“ in Frankreich, Italien und Schweden zeitweise Platz 2 erreicht, in den USA (das Land mit den meisten App-Downloads überhaupt) hatte sie es zumindest auf Platz 5 geschafft und sich zudem für mehr als zwei Wochen in den Top 10 gehalten.

Die Emoji Apps GmbH bietet insgesamt 17 Apps an – neun davon zum Thema Emojis

Die App kostet den Endverbraucher regulär 1,99 Euro; derzeit ist sie im Sale für 99 Cent zu haben. Ihre guten Platzierungen dürften sich für den 32-jährigen Entwickler dementsprechend in klingender Münze ausgedrückt haben: 175.000 US-Dollar, also gut 150.000 Euro, soll die App, seitdem Apple sie am 15. März dieses Jahres für den App Store freigegeben hat, umgesetzt haben, so eine Schätzung von Priori Data. Das Berliner Startup betreibt eine App-Analytics-Plattform, die auf Basis von öffentlichen Daten (App Store Rankings, Keywords und Keyword-Rankings, usw.) sowie von Daten, die den Betreibern von mehr als 500 Publisher-Partnern zur Verfügung gestellt wird (zu Downloads, Nutzung und Umsätzen) Hochrechnungen zu allen Apps im Store durchführt. Zu den Partnern von Priori Data gehören unter anderem der Musikdienst Soundcloud, die Lauf-Software Runtastic und die Tastatur-App Swiftkey.

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Ein tieferer Blick in das Tool von Priori Data zeigt: Entwickler Robert Beierheimer verdient offenbar nicht nur mit dem Verkauf der „Neuen Emoji Tastatur“. Unter dem Firmennamen Emoji Apps GmbH bietet der Grazer insgesamt 17 Apps an – ganze neun davon haben ebenfalls mit Emojis, Emoticons oder Smileys zu tun. Darunter sind zwei weitere sehr erfolgreich: „SMS Smileys – Emoji Tastur“ und „Emoji 3 Pro“. Das Prinzip der Apps ist immer dasselbe: Der Nutzer sucht sich ein Emoji, eine Grafik oder andere Funktion („farbige SMS-Blasen“) aus und erstellt die entsprechende Nachricht. Die App erstellt von der Nachricht eine Bilddatei und übergibt diese der jeweiligen Messenger-App.

In acht Ländern hat die App SMS Smileys zeitweise den ersten Platz im App Store erklommen.

In acht Ländern hat die App SMS Smileys zeitweise den ersten Platz im App Store erklommen.


Den Umsatz, den das Unternehmen mit diesem Portfolio im laufenden Jahr bereits erwirtschaftet hat, schätzt Priori Data auf unglaubliche 3,4 Millionen US-Dollar – knapp 3 Millionen Euro. Die Zahl wirkt umso erstaunlicher, bedenkt man, dass Priori Data bei diesen Angaben die 30 Prozent Provision, die App-Store-Betreiber Apple bei einem App-Verkauf kassiert, schon herausgerechnet hat.

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„Die Umsatzschätzung halte ich absolut für realistisch: Mit Keyboards, Wallpaper- und ähnlichen Apps lässt sich sehr gut Geld verdienen“, meint App-Marketing-Experte Stefan Bielau auf Anfrage von Online Marketing Rockstars zu den hochgerechneten Umsätzen der Emoji Apps GmbH. Bielau hat dailyme.tv mitgeründet und führt mittlerweile die Beratungsfirma Dynamo Partners. Zu seinen Kunden gehören unter anderen Scout24 und Simyo. Laut Bielau lässt sich an zwei Übernahmen im Markt ebenfalls ablesen, wie lukrativ das Geschäft mit Emoji- und Keyboard-Apps offenbar ist: Zum einen hat der milliardenschwere US-Konzern InteractiveCorp (u.a. Expedia, Match.com, Tinder) vor Kurzem Emoji-App-Anbieter Apalon übernommen, zum anderen hat der 125 Jahre alte Setzmaschinenhersteller Monotype den Smartphone-Keyboard-Anbieter Swyft aufgekauft.

Welche Tricks haben Beierheimer zu diesem Erfolg im App Store verholfen?

Beierheimer hat sich offenbar im Alleingang in diesen Markt hineingearbeitet. Er ist seit sechs Jahren als App-Entwickler tätig, wie er Online Marketing Rockstars in einer E-Mail mitteilt. „Ich hatte bereits vier Apps, die in vielen Ländern auf Platz 1 waren“, so der 32-Jährige weiter. Details zu seinen Erfolgsfaktoren will er nicht offenbaren, denn: „Ich will meine eigenen Tipps, die für mich (als kleiner Fisch) einen enormen Wettbewerbsvorteil darstellen, nicht gerne an ein breites Publikum weitergeben“. Auf eine Bitte um ein Interview geht er nicht ein.

Wie sein App-Store-Profil zeigt, experimentierte Beierheimer zunächst unter eigenen Namen noch mit anderen App-Formaten – Taschenlampen, Taschenrechner, etc. Nach dem Erfolg seiner Emoji-Apps hat er sich nun offenbar auf diesen Bereich fokussiert: Im September 2014 gründete er die Emoji Apps GmbH.

Welche Ausmaße der Emoji-Trend in den vergangenen Jahren ausgenommen hat, zeigen nicht nur die erwähnten Übernahmen, sondern auch die Suchanfragen bei Google. App-Entwickler, die in diesem Bereich Fuß fassen wollen, stoßen deswegen auf einen riesigen Wettbewerb. Eine Suche nach „emoji“ im Tool von Priori Data weist darauf hin, dass mehr als 1.700 Apps dieses Keyword im Profil tragen. Sie alle buhlen um die Aufmerksamkeit der Nutzer und um Downloads.


Wie hat Beierheimer es geschafft, sich in dieser Situation einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten und besser als seine Konkurrenten zu ranken? Verlässlich rekonstruieren lässt sich das von außen nicht. Anzunehmen ist jedoch, dass er durch langjähriges Testen zum Experten in Sachen „App Store Optimization“ geworden ist. Offizielle Angaben dazu, welche Faktoren das Ranking einer App auf Apples Plattform wie beeinflussen, gibt es keine. App-Publisher spekulieren darüber, dass die Zahl der Downloads, des Umsatzes, die Summe und der Durchschnittswert von Bewertungen, wie häufig eine App geupdatet wird und andere Faktoren eine Rolle spielen könnten.

„Das Interesse und die Motivation der App Stores ist, eine gute Experience zu bieten, also den User zum Ziel seiner Suche zu bringen“, sagt Patrik Winkler von Priori Data. „Daher spielt es durchaus eine Rolle wie hoch die Conversion bestimmter Apps bei vorherigen Suchen war. Haben beispielsweise x Leute das gleiche Keyword gesucht und daraufhin die gleiche App heruntergeladen, wird diese in Zukunft für andere auch höher angezeigt. Hier spielt vor allem die Präsentation wie Bild und Titel eine Rolle. Hier kann man viel testen.“

Geschickte App Store Optimization als Mittel zum Erfolg?

Möglicherweise hat Beierheimer die „Click-through-Rate“ seiner Apps geschickt optimiert: mit ausführlichen Beschreibungen sowie einer Vielzahl von Screenshots im App-Profil und auch, indem er App-Namen wählte, die von Nutzern häufig eingegebene Keywords schon im Titel tragen. „Neue Emoji Tastatur“ beispielsweise dürfte nach Medienberichten über die Pläne des Unicode-Consortiums, weitere Emojis zum Tastatur-Standard zu erheben, möglicherweise von vielen Smartphone-Besuchern gesucht worden sein.

Auch das Keyword-Set seiner Apps passt er offenbar immer wieder an aktuelle Geschehnisse im Markt an. So berichteten vor wenigen Monaten viele Massenmedien darüber, dass der weit verbreitete Messenger WhatsApp bald neue Emojis integrieren werde und sorgten so für eine massive Aufmerksamkeit für das Thema. Bild beispielsweise titelte „Im Herbst kommt der Stinkefinger aufs iPhone!“ (man beachte die Sharing-Zahlen des Artikels). Bislang sind die neuen Emojis jedoch nur auf Android-Geräten nutzbar. Viele Nutzer haben deswegen offenbar den App Store zu Rate gezogen. Weil Beierheimer das Keyword-Set seiner „Neue Emoji Tastatur“-App um das Suchwort „mittelfinger“ erweiterte (bei einer Suche nach diesem Begriff zeigt Apple Beierheimers App auf Platz 1 an), dürfte Beierheimer enorm von dem jüngsten Hype profitiert haben.

Hat Beierheimer ein perfektes Verständnis von App Stores oder wurde mit Fake-Käufen nachgeholfen?

Zudem gelingt es ihm möglicherweise, App-Marketing-Potenziale früher zu heben als Mitbewerber. Im Mai begann Google beispielsweise damit, bei mobilen Suchen auf Apple-Geräten in den Suchergebnissen auch iOS-Apps anzuzeigen. Offensichtlich hat Beierheimer seine Apps früh für Google indexieren lassen. Wer auf einem iPhone derzeit nach neue Emojis sucht, dem wird Beierheimers als erstes Ergebnis angezeigt; bei einer Suche nach „mittelfinger emoji“ landet sie auf Platz 3. Damit hat Beierheimer zusätzlich zum App Store die größte Traffic-Quelle im Web für sich erschlossen. In Zukunft will Google Apps sogar noch prominenter in den mobilen Suchergebnissen platzieren.

Möglicherweise hat der Entwickler aber auch einen anderen Trick angewandt, um seine Sichtbarkeit zu steigern. „Es gibt durchaus App-Publisher, die Downloads kaufen, um in Apples Rankings zu steigen“, sagt Stefan Bielau. „Über das Web lassen sich in Asien Dienstleister finden, die in jenen Ländern, in denen der Publisher in den Top-Charts auftauchen will, für diesen eine bestimmte Anzahl an Downloads kaufen. Mit 2.000 Verkäufen á 1,99 Euro in 24 bis 48 Stunden kann man in Deutschland beispielsweise schon Platz 1 bis 3 erreichen.“ Weil der Publisher durch die gute Platzierung in dieser Zeit möglicherweise überproportional viele echte Downloads zusätzlich generiert, könne sich diese Praxis für ihn durchaus lohnen: „Damit verdient er nicht nur sein Marketingbudget zurück, sondern macht auch noch Gewinn. Wenn er dies in zehn bis 15 Ländern durchführt, kann das schon ziemlich lukrativ sein“, so Bielau. Sollte Beierheimer auf diese Praxis zurückgegriffen haben, könnten seine wirklichen Einnahmen also deutlich niedriger liegen als bisher vermutet. Doch selbst, wenn zwei Drittel der App-Umsätze aus gefakten Käufen stammten, läge der Jahresumsatz immer noch im siebenstelligen Bereich – keine schlechte Bilanz für ein Ein-Mann-Unternehmen.

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