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„Facebook ist langweilig“ – Wie die Rockstars von morgen das Web nutzen

Wir haben bei Teenies zwischen 13 und 18 Jahren nachgefragt

(Foto: jo_ces / Flickr / CC BY 2.0)

(Foto: jo_ces / Flickr / CC BY 2.0)

Der Hype-Zyklus in der digitalen Welt dreht sich in einem rasanten Tempo und lässt Werbetreibende zeitweise atemlos zurück. Wo entstehen die neuen Mega-Reichweiten? Ist Snapchat das Facebook von morgen? Wir haben sechs Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren dazu befragt, wie sie ihre Zeit online verbringen und wo sie besonders aktiv sind. In den persönlichen Gesprächen ist eine klare Tendenz zu erkennen: Die Youngster-Generation liebt ihr Smartphone und findet Facebook langweilig. Ein kleines Beispiel mit großer Aussagekraft? 

Instagram statt Facebook

„Meine Freunde und ich sind bei Instagram viel aktiver als bei Facebook“, sagt die 17-jährige Julia. Bei der gleichaltrigen Vanessa sieht es ähnlich aus: „Ich finde Instagram spannender, Facebook ist ein bisschen eintönig und langweilig.“

Julia (17)

Julia (17)

Tim, 13 Jahre alt, schaut ungefähr einmal pro Woche bei Facebook rein und erzählt, dass einige seiner Freunde ihren Account bereits gelöscht haben – auch aus Datenschutzgründen. Mit ihren 14 Jahren hat Pia überhaupt kein Interesse an Facebook und war, wie viele ihrer Freunde auch, noch nie dort angemeldet.

Facebook selbst verzeichnet nach eigenen Angaben auf weltweiter Ebene weiterhin ein Nutzerwachstum. In Deutschland hat das Netzwerk seine Nutzerschaft in den letzten drei Jahren fast verdoppelt.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete die Nutzergruppe ab 45 Jahren. Aber auch die Zahl der User zwischen 13 und 17 Jahren stieg um 44 Prozent. In den USA zeigte sich zuletzt ein anderes Bild: Dort sollen in diesem Januar 25 Prozent weniger User im Alter von 13 bis 17 Jahren registriert gewesen sein als noch drei Jahre zuvor.

„Meine Freunde haben Tagebücher bei Instagram“

Mona (13)

Mona (13)

Die von uns befragten Teens sind mittlerweile bei anderen Plattformen aktiver. Die 13-jährige Mona surft mit ihrem Smartphone mehrmals pro Stunde – viel Zeit verbringt sie bei Instagram. „Einige meiner Freunde haben Instagram-Tagebücher, die schaue ich mir gerne an.“ Sie selbst teilt durchschnittlich ein Foto pro Woche in der Sharing-App und gibt dementsprechend weniger von ihrem Leben preis als beispielsweise Vanessa, die mit drei bis vier Bilderposts am Tag deutlich aktiver ist.

Die Kommunikation mit Freunden läuft bei unseren Rockstars von morgen hauptsächlich über Whatsapp. Mona erzählt: „Wenn ich Langeweile habe, bin ich meistens bei Whatsapp, bei Facebook bin ich nur etwa einmal am Tag.“ Auch Pia beschäftigt sich viel mit dem Messenger und bestätigt fast im selben Wortlaut. „Whatsapp ist sozusagen immer dabei – wenn ich Langeweile habe, bin ich bei Whatsapp.“

Tim (13)

Tim (13)

Dass Instagram und Whatsapp in Sachen Beliebtheit Facebook den Rang abzulaufen drohen, hat offenbar auch Mark Zuckerberg erkannt: Für insgesamt 20 Milliarden US-Dollar hat Facebook die beiden Dienste aufgekauft. Zumindest mittelfristig dürfte damit die Reichweite des Unternehmens gesichert sein. Nicht zustande gekommen ist eine Übernahme von Snapchat durch Facebook: Die Gründer des Foto-Messaging-Dienstes haben Gerüchten zufolge ein Übernahmeangebot in Höhe von drei Milliarden US-Dollar abgelehnt.

In den USA schon lange der Renner, wird Snapchat auch hierzulande für die Jugendlichen offenbar immer interessanter. Vanessa verwendet Snapchat, „…wenn Whatsapp mal nicht funktioniert“. Tim kennt ebenfalls beide Messenger und findet jeweils Vor- und Nachteile: „Bei Whatsapp ist der Speicher immer so schnell voll, das nervt – bei Snapchat werden die Bilder dagegen nicht gespeichert. Ich bin ungefähr 60 Prozent bei Whatsapp und 40 Prozent bei Snapchat, aber da braucht man einen Profilnamen. Ich finde es mit Telefonnummern besser – so wie bei Whatsapp.“

Pia (14)

Pia (14)

Facebook attackiert Snapchat von mehreren Seiten: Seit einem Instagram-Update im Dezember können über den Dienst nun auch Fotos verschickt werden. Außerdem hat Facebook mit Slingshot in der letzten Woche eine neue, mit Snapchat vergleichbare App auf den Markt gebracht. Bereits einige Tage zuvor ist der Foto-Messenger im App-Store aufgetaucht – angeblich unbeabsichtigt. Es bleibt abzuwarten, ob Slingshot dem Internetriesen Erfolg bringen wird. Vor zwei Jahren ist der Versuch, die App Poke als Konkurrenzprodukt von Snapchat zu etablieren, bereits gescheitert.

Alles mit dem Smartphone außer Youtube

Das Smartphone ist für die von uns befragten Jugendlichen das Unterhaltungsmedium Nummer eins. Dennoch spielen Computer und Laptops für fast alle Befragten weiterhin eine Rolle. Fernsehen wird eher wenig geschaut. „Ich nutze fast nur noch mein Smartphone um ins Internet zu gehen und den Computer fast gar nicht mehr. Damit spiele ich nur Minecraft“, sagt Mona. Mit dem größeren Monitor eignet sich der Computer für sie außerdem, um ihren Youtube-Stars zu folgen. „Fernsehen schaue ich nur selten, dafür viel Youtube auf dem Computer – Ischtar Isik und Bibis Beauty Palace zum Beispiel.

Vanessa hat einen eigenen Laptop, mit dem sie häufig Filme und Serien bei Video Streaming Anbietern schaut. Außerdem nutzt sie den Laptop, um alle zwei bis drei Tage Mails zu checken und Sachen zu organisieren – dafür dann auch gerne mal in Facebook-Gruppen. Das alles erledigt Julia mittlerweile mit ihrem Smartphone. „Eigentlich mache ich alles mit dem Handy, das reicht. Ich habe auch schon Klamotten damit bestellt, dafür brauche ich keinen Computer.“

 
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4 Kommentare

  1. nk 25.06.2014 um 13:28 Uhr Antworten

    BRAVO Niveau vom Feinsten. „Vanessa trägt eine Oberteil von XY aus Kalbsleder und dazu eine freche Skinny Jeans von ZB“. Wo irgendwelche InternetbenutzerInnen jetzt „Rockstars von morgen“ – in welcher Hinsicht auch immer – sind, darf jetzt mal erklärt werden.

  2. Christoph 05.07.2014 um 10:52 Uhr Antworten

    Moin, wenn euch wirklich mit online marketing auskennt, müsstet ihr wissen, dass Studien mit 6(!) Leuten total für die Tonne sind. Des Weiteren müsste euch klar sein, dass ihr dafür verlacht und gebasht werdet, wie von mir gerade jetzt.

    1. Birthe Ziegler Artikelautor07.07.2014 um 11:08 Uhr Antworten

      Hallo Christoph! Natürlich handelt es sich bei diesem Artikel nicht um eine repräsentative Studie. Uns ging es viel mehr darum, persönliche Gespräche mit den Jugendlichen zu führen, um mögliche Tendenzen zu erkennen. Und die waren ziemlich klar.

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