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Selbstversuch: Ich bin die SEO-Sklavin

Wie ich einmal „3 spannende Texte zum Thema Obst“ zusammenstümperte – und wo diese heute im Netz zu finden sind

(Illustration: Nishe)

(Illustration: Nishe)

Das Netz fließt über vor schlechtem Content. Durch den Rummel um Content Marketing versuchen auch noch die kleinsten Seitenbetreiber im hinterletzten Winkel des Webs mit einem entsprechenden „Informationsangebot“ ihr Google-Ranking zu verbessern. „Textbörsen“ schlagen aus dieser Situation Profit: Sie vermitteln die Aufträge der nach Content dürstenden Seitenbetreiber an willige Tippsklaven, die für ein paar Euro Texte im Akkord erstellen. Wer macht so etwas und wo landen solche Texte? Ich habe den Selbsttest gemacht und war für kurze Zeit als Autorin bei Textbroker.de aktiv.

Nachdem ich mich bei Textbroker unter Angabe von Namen, Adresse, Geburtsdatum und Beruf registriert habe, kann ich mein Profil als frisch gebackene SEO-Autorin schärfen, indem ich aus der 86 Themenbereiche umfassenden Maske „Fachwissen“ beliebig viele Kategorien auswähle. Zwischen Fachgebieten wie Wirtschaft und Geschichte, findet man hier auch konkrete Hinweise auf mögliche Aufträge – Inserate, Kostenloses, Pressemeldungen, Gewinnspiele, Produktbeschreibungen, Referate.

Screenshot: Textbroker "Fachwissen"

Screenshot: Textbroker „Fachwissen“

Fett vergütete Fünf-Sterne-Aufträge dienen als Köder, gibt es aber (fast) gar nicht

Die Vergütung erfolgt abhängig von der Qualität eines Autoren und Textes. Anhand zweier selbst verfasster Texte, die der neu angemeldete Nutzer bei Textbroker hochladen muss, bewerten die Betreiber dessen Schreibqualitäten auf einer Skala von einem Stern bis fünf Sternen. In meinem Fall tun zwei alte Uni-Texte ihren Dienst – nach einem Bearbeitungstag stuft mich Textbroker als „Vier-Sterne-Autor“ ein. Da man die Höchstwertung von fünf Sternen erst erhalten kann, nachdem man einige Texte für das Portal geschrieben hat, sollte man sich natürlich erst einmal über eine Vier-Sterne-Bewertung freuen. Ich freue mich.

Um einen Überblick darüber zu erhalten, welche Aufträge insgesamt bei Textbroker erteilt werden, wähle ich in meinem persönlichen Profil erst einmal alle 86 verfügbaren Themenbereiche aus. Spätestens hier soll die anfängliche Freude über die zunächst gut erscheinende Einstufung meines „4-Sterne-Schreibvermögens“ verfliegen. Von insgesamt 936 Aufträgen (Stand heute) sollen 811 von Autoren mit einer Vier-Sterne-Bewertung verfasst werden – also fast alle. Zum Vergleich: Vor zwei Tagen, am 4. November, waren von 1.138 Aufträgen 1.055 in der Vier-Sterne-Kategorie.

Screenshot: Textbroker, Aufträge insgesamt (06.11.2014)

Screenshot: Textbroker, Aufträge insgesamt (06.11.2014)

Screenshot: Textbroker, Aufträge insgesamt (04.11.2014)

Screenshot: Textbroker, Aufträge insgesamt (04.11.2014)

Von Kundenseite besonders gefragt: Produktbeschreibungen und Automobile

Die konkrete Identität der Auftraggeber offenbart Textbroker den Autoren nicht. Klar, welcher Seitenbetreiber möchte schon riskieren, als Publisher von Billigst-Content bloßgestellt zu werden. Die Verteilung der Aufträge auf die Themenbereiche lassen zumindest darauf schließen, aus welchen Branchen die Auftraggeber stammen könnten. Von den aktuell 917 offenen Aufträgen sind 253 der Kategorie „Produktbeschreibungen“ zugeordnet. Vorgestern waren es sogar 598 von 1.138 – und damit mehr als die Hälfte. Offenbar setzen also viele Online-Shops auf günstig erstellte Texte. Auf Platz zwei im Ranking der gefragtesten Kategorien steht an beiden Tagen „Automobile“. Sicherlich sind diese Zahlen nur eine Momentaufnahme, doch lässt sich eine Tendenz ableiten.

Das Preismodell ist clever gestaltet: Während die Preisunterschiede zwischen Zwei-, Drei- und Vier-Sterne-Texte für Auftraggeber relativ gering sind – 1,3 Cent/Wort, 1,7 Cent/Wort und 2,2 Cent/Wort – sind die qualitativ am besten bewerteten Fünf-Sterne-Texte mit 6,5 Cent pro Wort gleich mal 300 Prozent teurer als die Texte aus der nächst niedrigeren Kategorie. Als Auftraggeber würde ich mich auch am ehesten an die Vier-Sterne-Autoren wenden, die immerhin „gehobene Ansprüche“ erfüllen sollen. Die Vier-Sterne-Einstufung soll die Autoren offensichtlich dazu motivieren, regelmäßig Aufträge zu erfüllen, um sich so irgendwann vielleicht einmal den fünften Stern zu verdienen und damit wesentlich besser vergütet zu werden. Doch wird es dazu vermutlich nie kommen – und wenn doch, dann gibt es so gut wie keine Aufträge. Für die Abwicklung behält Textbroker übrigens 35 Prozent des Preises pro Auftrag als Pauschale ein.

Screenshot: Preise bei Textbroker

Screenshot: Preise bei Textbroker

Screenshot: Vergütung bei Textbroker

Screenshot: Vergütung bei Textbroker

3 spannende Texte zum Thema Obst

Bei der Auswahl meines ersten Schreibversuchs entscheide ich mich für „3 spannende Texte zum Thema Obst“. Werde ich bei dieser aufregenden Aufgabe mein Edelfederpotenzial voll ausschöpfen können? Die konkrete Auftragsbeschreibung holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück: Ich soll Wissenswertes über den Pfirsich, die Quitte und die Birne in jeweils etwa 500 Wörter umfassende SEO-optimierte Texte mit mehreren Abschnitten und Zwischenüberschriften verpacken. Die Titel der Texte sind vorgegeben: So soll ich beispielsweise zu „Quitten – fast vergessene Vitaminbomben“ neben dem Haupttext noch klar definierte Teaser, einen Meta-Title und eine Meta-Description verfassen sowie mindestens drei Quellen angeben.

Nach einer kurzen Abwägung von Aufwand und Nutzen, entscheide ich mich dann doch für die Faule-Studenten-Variante: das Wort „Quitte“ googlen, willkürlich drei Seiten von den ersten zehn Suchergebnissen auswählen – SEO-seitig scheinen die immerhin einiges richtig gemacht zu haben –dann copy & paste, ein bisschen umformulieren, Sätze hin- und herschieben, Abschnitte auf irgendeine Art sinnvoll gliedern und fertig waren „3 spannende Texte zum Thema Obst“. Insgesamt investiere ich etwa sechs Arbeitsstunden in mein kleines Experiment.

15,54 Euro für sechs Stunden Arbeitszeit

Nach Abgabe meines Textes vergehen bis zu dessen Annahme durch den Kunden und der anschließenden Auszahlung meines Verdienstes durch die Sario Marketing GmbH, dem Unternehmen hinter Textbroker, zehn Tage. Das Ergebnis ist – wie erwartet – ernüchternd. Für meine geopferten sechs Stunden Arbeitszeit bekomme ich „stolze“ 15,54 Euro ausgezahlt. Wer will auf diese Weise und mit dieser Vergütung sein Dasein fristen? Vor meinem geistigen Auge entstehen Bilder von Amateurschreibern, die im Jogging-Anzug Texte am Uraltrechner tippen. Ich bin kurz versucht, Textbroker einen SEO-optimierten Artikel zum Thema Mindestlohn anzubieten, entscheide mich dann aber doch dafür, mein kurzes Dasein als Tippsklave wieder zu beenden.

Meine Texte sind bei barcoo gelandet

Nachdem einige Monate vergangen sind (und ich die 15,54 Euro schon leichten Herzens verprasst habe – meine Freunde wunderten sich für einige Minuten über meinen offenbar neu erworbenen Reichtum) kommt mir meine Textbroker-Karriere wieder in den Sinn. Ich schmeiße ein paar Zitate aus meinen Obsttexten in die Suchmaschine und lande bei barcoo – der Name dürfte einigen vielleicht von einer kostenlosen Barcode-Scanner-App bekannt sein. Darüber hinaus versucht barcoo als „Verbraucherportal“ mit Content zu Themen wie Essen und Kosmetik Nutzer via Google auf die Website zu locken. Textbroker wird natürlich nicht als eine der 28 Quellen und Partner bei barcoo ausgewiesen. Zu meinem Quittentext wird kein Autor genannt – am Ende des Beitrags erscheinen allerdings die drei Quellen, die ich bei Textbroker angeben musste. Jetzt weiß ich, wie sich die Plagiatsopfer des Freiherrn von und zu Guttenberg gefühlt haben müssen. Da das Urheberrecht nicht übertragbar ist und ich lediglich Verwendungs- und Veröffentlichungsrecht an den Auftraggeber abgegeben habe, könnte ich theoretisch ja wenigstens noch meinen eigenen Blog mit dem wertvollen Content pushen. Aber so funktioniert SEO ja wieder nicht…

Hinter Textbroker steckt übrigens die 2005 gegründete Sario Marketing GmbH aus Mainz, zu der man 26 Mitarbeiter bei Xing finden kann. Seit 2008 baut das Unternehmen seine Auslandsaktivitäten aus; 2010 erhielt Sario eine Millionen-Investition durch ViewPoint Capital Partners. Ein Blick in die Jahresbilanz beim Bundesanzeiger verrät, dass das Unternehmen im Jahr 2012 einen Verlust von einer halben Million Euro verzeichnete, was möglicherweise auf die Internationalisierung zurückzuführen ist. Aus den Forderungen lässt sich für dasselbe Jahr ein geschätzter Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro ableiten.

Wir kennen uns im Online Marketing eigentlich ganz solide aus und wissen auch grob, wie SEO nicht erst seit gestern funktioniert. Firmen wie die oben genannten Textbroker oder content.de besetzen in dem Bereich eine Marktlücke mit hilfreichen Angeboten für ihre Kunden. Insbesondere die Kollegen von content.de kennen und schätzen wir nicht zuletzt auch als Sponsoren unserer Aktivitäten. Unabhängig davon ist der Bereich für „normale Menschen“ zu verrückt, um nicht mal drüber zu schreiben.

 
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33 Kommentare

  1. Roland 06.11.2014 um 22:21 Uhr Antworten

    Vielen Dank für den spannenden und temporeichen Einblick.
    Und da gehen sie hin die ca. 2626 Eurocent für diesen Text. 😉

  2. Christoph 07.11.2014 um 11:31 Uhr Antworten

    Ääääh ja. Netter Selbstversuch, aber wie kann man 6 Arbeitsstunden dafür benötigen, wenn man sogar nur Inhalte umschreibt? Zählen da Anmeldeprozess und Schreiben dieses Artikels dazu?
    Wir haben früher in der Unibibliothek, im Esskoma nach dem Mensabesuch, während dessen man sich nicht auf das Lernen konzentrieren konnte, Texte für diese Portale geschrieben und kamen da im Schnitt auf einen Stundenlohn von 10 €. Ganz easy, mit Sprachwitz und versteckten Anspielungen. Die wahren Abenteuer sind im Kopf!

    1. Birthe Ziegler Post author07.11.2014 um 15:11 Uhr Antworten

      Hallo Christoph, danke für deine Einschätzung. Bestimmt können einige Leute solche Texte in kürzerer Zeit schreiben als ich. Aber ich denke, durchschnittlich erreichen die wenigstens Autoren dort einen Stundenlohn von 10 Euro.

  3. Pascal 07.11.2014 um 14:46 Uhr Antworten

    Würde mich auch interessieren, wie die 6 Stunden zusammenkommen und was davon „reine“ Schreibzeit (inkl. dem organisatorisches Overhead) war – sprich wie viel bei Folgeaufträgen erneut pro Artikel investiert werden müsste.

    Viele Grüße
    Pascal

    1. Birthe Ziegler Post author07.11.2014 um 15:10 Uhr Antworten

      Na ja, für das Recherchieren und Schreiben von drei Texten à 500 Wörtern nach SEO-Kriterien braucht man schon ein wenig Zeit – selbst wenn man einiges kopiert. 😉

  4. Ibo 08.11.2014 um 18:51 Uhr Antworten

    Hallo,
    mein Kolege hat einen shop der Taschenmesser verkauft,leider darf er auf google nicht werben wurde abgelehnt nachdem er viel viel geld in sein Shop und die Produkte investiert hat,vieleicht schriebt ihr mal auch über sowas.Was also können diese Verkäufer tuen das ist doch ungerecht.

  5. Finanzwesir 10.11.2014 um 11:18 Uhr Antworten

    Meine lieben Rockstars,

    > Firmen wie die oben genannten Textbroker oder content.de besetzen in dem Bereich eine Marktlücke mit hilfreichen Angeboten für ihre Kunden.

    Hilfreiches Angebot? Das ist doch nicht Euer Ernst? Ich persönlich würde mir wünschen, wenn Google statt Pandas und Pinguinen Raptoren und T. Rex´ von der Kette lassen würde. Diesen elende SEO-Geschreibsel braucht doch nun wirklich niemand.

    „Ein Kühlschrank ist ein Schrank, der die Dinge, die sich in ihm befinden kühlt“.

    Super, alle Keywords am Start, kann dann so veröffentlicht werden…
    Auch der geneigete Leser dieses Textes ist beglückt. Selten las man eine so päzise und stilsichere Definition des Wortes Kühlschrank. Warum dieser Satz dann aber drei Mal in leichten Abwandlungen in einem 500 Wörter umfassenden Absatz vorkommt, erschließt sich dem Leser leider nicht.

    So, das war jetzt sehr polemisch, aber das ganze Internet ist voll von Texten, die zumindest nicht so dolle viel besser sind als mein Beispiel.
    Wie sollten Sie auch, wenn sie zwischen Tür und Angel zusammengehauen werden? Da muss ich der Autorin recht geben: Schreibt Qualität oder lasst es bleiben.
    Mir kommen jedenfalls keine SEO-optimierten Texte in den Blog. Für eine gute Pointe pfeif´ ich auf Googles Qualitätsrichtlinien. Auf meinen Blog gilt: „La qualité c´est moi“.
    SEO-Sklave? Da kann ich mich nur Sergeant Murtaugh anschließen: „Ich bin zu alt für diesen Scheiß“.

    Gruß
    Finanzwesir

  6. Thor Alexander 11.11.2014 um 15:27 Uhr Antworten

    „2,2 Cent/Wort – sind die qualitativ am besten bewerteten Fünf-Sterne-Texte mit 6,5 Cent pro Wort gleich mal 300 Prozent teurer“

    Nein, eben nicht. Denn es gibt einen Unterschied zwischen teurer und so teuer. Das TEURER bezeichnet das Mehr. In diesem Fall sind es nur 200 % mehr, also das Doppelte dazu. In der Summe kommen dann 300 %, d.h. das Dreifache raus.

    Richtig muss es daher heißen:
    „2,2 Cent/Wort – sind die qualitativ am besten bewerteten Fünf-Sterne-Texte mit 6,5 Cent pro Wort gleich mal 200 Prozent teurer“

  7. perfect-seo.de 27.11.2014 um 12:45 Uhr Antworten

    Mit ein bisschen Übung kommt man schnell auf die 10 € die Stunde.
    In 15 bis 20 Minuten ist so ein Text geschrieben, der den Textbroker und Co Anforderungen gerecht wird.

    Eine gewisse Einarbeitungszeit ist aber zwingend.
    Ich selber betreibe auch eine kleine Textagentur. Die Autoren die für mich Advertorials und Produktbeschreibungen verfassen machen das neben ihrem eigentlichen Beruf weil sie auch hobbymäßig gerne schreiben und ein paar Euro als netten Nebenefeekt für ihr Steckenpferd sehen.

    Ich habe auch schon öfter mal Autoren zu beauftragt die mit „hochwertigen Texten“ mit Preisen um die 5 Cent pro Wort werben.
    Qualitätsunterschiede die den höheren Preis rechtfertigen waren nicht zu erkennen.

    Ich biete Texterstellung ab 1,7 Cent bis 2,8 Cent pro Wort an. Die Texter die für mich schon über Jahre schreiben verdienen etwas mehr als die Textbroker Texter.

    Als Seo Sklave fühlen sich die Autoren die für mich schreiben nicht.

    Grüße
    Lothar

  8. Renate Hafemann 07.12.2014 um 20:46 Uhr Antworten

    Folgendes habe ich in meinem Blog zu Deinem Text geschrieben und Deinen Beitrag damit verlinkt … meine Leser und Leserinnen sind zum Teil auch Texter oder wissen seit Jahren, wie wir uns mit unseren Pferden, Hund und Katze als alte Leute mit Texten über Wasser halten.

    „Eine Frau hat sich die Zeit genommen, sich bei Textbroker zu registrieren, wurde sofort in der Stufe 4 eingeordnet, schrieb drei Texte über Obst, brauchte dazu 6 Stunden, verdiente damit 15,54 Euro und fand schließlich ihre Texte auch im Net wieder .. und schreibt auch wo, was wir ja laut AGB unter keinen Umständen sagen dürfen, denn damit verstoßen wir gegen unseren Vertrag.

    Zu diesem Beitrag gibt es einiges an Kommentaren. Ich werde einen weiteren hinzufügen, da ich denke, sie sieht das nicht ganz realistisch.

    Ich brauche für gewöhnlich nicht so lange, um 15,54 Euro zu verdienen, wenn ich wirklich schreibe und auch gute Texte erwischt habe. Mein Mann Jürgen braucht für gewöhnlich länger. Aber die Zeit, um Aufträge zu suchen, hat Birthe gar nicht berücksichtigt und das ist viel unbezahlte Zeit.

    Wie schnell man in diesem Beruf etwas verdient oder nicht, hängt auch davon ab, wie spontan man ist und von der Einstellung, wie lange man bereit ist, seine Zeit einem Kunden zu opfern, der nicht bereit ist, einen dafür auch anständig zu bezahlen .. und das sind unsere Kunden ja grundsätzlich nicht oder aber sie können es nicht .. denn viele können es auch nicht.

    Ich habe im Laufe der Jahre, in denen ich als Autorin SEO-Texte verfasse, schon oft erlebt, dass Kunden von mir, die mir Direct Orders geschickt haben und die ich deshalb auch gut kennengelernt habe, anders als ich, die ich noch heute Geld damit verdiene und sogar mehr als zu Anfang, dann pleite gegangen sind und aufhören mussten. Sie haben mir mehr bezahlt als andere, für die ich Open Orders oder Group Orders bearbeite oder bearbeitet habe, aber auch das war für sie schließlich schon zu viel und sie konnte es sich nicht dauerhaft leisten, weil ihr kleines virtuelles Unternehmen auch das nicht hergab.

    Sie hat mit ihrer Vermutung recht, dass ich an einem Uralt-Computer arbeite und wenig verdiene. Die Probleme liegen aber anderswo. Sie hat auch recht damit, dass die Stufe 5, mit der man wirklich gute Wortpreise hätte, wenn man denn hinein käme, einen nicht satt machen würde, weil da gar nicht so viele Aufträge zu finden sind, dass viele Texter damit viel verdienen könnten.

    Wer sind wir Online-Texter? Ich weiß nicht genau, was für Menschen alle so eine Arbeit machen und wie mein Mann und ich auch jahrelang. Ich habe aber einige Texter kennenlernen können und kann sagen, viele von uns sind ältere Semester.

    Liebe Birthe, in Deutschland gibt es sicherlich einige Millionen älterer Langzeitarbeitsloser, die gebildet genug sind, diesen Job ausüben zu können und die froh sind, so überhaupt einen Job zu haben.

    Das Problem damit liegt eher bei den Jobcentern als bei den Firmen, die eine Marktlücke genutzt haben, um uns Arbeit zu geben, nämlich die, dass sich mit vielen Kollegen auch Aufträge bearbeiten lassen, die einer alleine gar nicht schaffen würde und auch nicht annehmen könnte.

    Jetzt der Dezember ist z. B. für Online-Texter ein harter Monat. Es gibt bessere Phasen im Jahr.

    Bei content.de findest Du zur Zeit so gut wie keine Aufträge. Nicht einmal die vielen mühsam zu bearbeitenden Produktbeschreibungen über Möbel, total pingele Modetypen oder Mülltüten und Klopapier, für die Du nur Cent-Beträge pro Auftrag kriegst, sind noch da … sondern nichts .. absolut nichts.

    Wenn ich nicht plötzlich und überraschend bei textbroker.de in die Stufe 4 befördert worden wäre .. bei content.de bin ich da schon sehr lange und wurde schon ein Jahr nach meinen Start dort da eingruppiert und durfte auch bleiben … ich glaube, wir wären jetzt im Dezember glatt hier verhungert. Denn das war wieder Glück .. ich glaube, wir haben einen Schutzengel, der auf uns achtet … textbroker hat momentan richtig viele Aufträge in der 4, die uns über die Feiertage helfen werden.

    Denn .. Birthe, so ist das nämlich …. das Jobcenter zieht einem fiktives Einkommen ab und außerdem auch einen Betrag über Überzahlungen, zu denen es schon ab und zu kommt, weil es immer auch mal Auftrags-Hochs in unserem Beruf gibt.

    Absetzen kannst Du nicht allzu viel und kannst von dem Geld, das Du in diesem Job verdienst, nur ein Taschengeld als Freibetrag behalten.

    Dennoch ist dieses Taschengeld mehr als in vielen anderen schlecht bezahlten Jobs, denn Du hast keine Fahrkosten, die Du davon bestreiten musst.

    Es fällt aber dennoch schwer, nie zu wissen, ob und wie viel Du verdienen kannst und damit leben zu müssen, dass das Jobcenter Dir erbarmungslos schon am Ersten was abzieht und es Dir nicht gestattet, Rücklagen für schlechte Monate zu bilden.

    Da liegen die wahren Probleme in diesem Job.

    Deshalb meckern mein Mann Jürgen und ich in unserem Blog auch mehr über das Jobcenter und diesen Staat, der besonders ältere Menschen zunehmend im Stich lässt als über textbroker und content.

    Diese beiden Portale sind für uns eine große Hilfe, und sicher nicht nur für uns, sondern für viele ältere Aufstocker, die keine andere Arbeit mehr finden können.

    Viel mehr Probleme hatten wir mit Extra-Kunden, die wir neben der Portalarbeit fanden und wollen die gar nicht mehr haben.

    Die Portale schützen einen, denn sie plagen sich mit den Kunden rum und sorgen dafür, dass die im voraus bezahlen müssen, damit wir überhaupt was verdienen .. mehr werden sie nicht rausholen können.

    Und dass sie was abkriegen, ist doch normal, würde ich sagen. Es ist ja nicht viel. Sie nehmen einem mehr an Arbeit ab, die man sonst zusätzlich hätte.

    Wenn ich für unwesentlich mehr an Wortpreis dann das Problem hatte, dass mich manche Kunden monatelang nicht oder gar nicht bezahlt haben, ich zig Mahnungen schicken musste und so weiter und so auch total unregelmäßige Einkünfte hatte, was dann dazu geführt hat, dass wir beim Jobcenter Überzahlungen meiner Voreinschätzung überhaupt hatten, für die wir jetzt jahrelang Raten abstottern dürfen …. das hat dazu geführt, dass ich ehrlich gesagt auf solche Extra-Kunden überhaupt keinen Wert mehr lege.

    Ich verdiene lieber halbwegs regelmäßig wenig in diesen Portalen als ab und zu viel oder gar nichts, obwohl ich viel Arbeit und einen „tollen Auftrag“ hatte … denn die Portale bieten uns eine gewisse Sicherheit.

    Ich hoffe, dass wir so noch bis ins Rentenalter kommen und dann weiterhin für diese Portale arbeiten können … denn dann endlich wird sich das sogar so lohnen, dass wir etwas mehr davon haben.

    LG Renate mit lieben Grüßen von meinem Ehemann und Kollegen Jürgen

  9. Thomas 07.01.2015 um 13:09 Uhr Antworten

    Dein Selbstversuch deckt sich ungefähr mit meinen Erkenntnissen.

    Ende 2013 habe ich selbst dort mein Glück versucht und mir anfangs echt Mühe gegeben. Habe relativ lange an den Texten gesessen und dann meine 3-4 Euro kassiert (hatte nur ein 3-Sterne Ranking).

    Später habe ich dann einfach nur möglichst effektiv geschrieben. Ein Text nach dem anderen ohne groß nachzudenken. Angenommen wurde fast alles… das hebt nicht gerade den eigenen Anspruch. 😉 Als mein Kontostand bei 75 Euro oder so lag, habe ich dann abgebrochen.

    Da schreibe ich doch lieber eigene Texte, bei denen ich mir deutlich mehr Mühe gebe. Durch die verschiedenen Monetarisierungsmöglichkeiten einer Website hat man dann eventuell jahrelang etwas davon und verdient deutlich mehr. Und man schreibt über Themen, die einem Spaß machen.

    Dennoch: Wer keine eigene Website haben möchte und nur ein paar Euro dazuverdienen möchte, für den eignet sich Textbroker.

    UND: Die Texte werden durch Textbroker korrigiert. Ich habe mir dadurch einige Rechtschreibfehler abgewöhnt, die ich über die Jahre hinweg intus hatte.

  10. Daniel 15.01.2015 um 22:18 Uhr Antworten

    „Das Netz fließt über vor schlech­tem Con­tent.“ ich bin absolut deiner meinung und finde diesen artikel echt top: wahre worte, gut formuliert. warum jemand so einen blödsinn schreibt wie christoph, ist mir ein rätsel. was hast du denn studiert, christoph?
    ich muss gestehen, ich hab das selbst schon ausprobiert, in stunden der verzweiflung, für textbroker geschrieben, und ich bin auch nicht über 3 euro pro stunde hinaus gekommen. und mal im ernst: nachdem ich mich angemeldet und mir die auftragsübersicht angeschaut hatte, dachte ich, da muss doch ein komma verrutscht sein. 2,70 euro für 300 wörter?? die einzigen, die davon was haben, sind textbroker. nicht mal die auftraggeber profitieren davon. denn im schnitt sind die texte, die über diese plattform verhökert werden, so viel wert, wie dafür bezahlt wird: so gut wie nichts.
    Und liebe Renate, niemand muss in unserem land verhungern. dass die einen absahnen und die anderen sich von magermilchprodukten ernähren müssen (auch ich muss das nicht selten tun), liegt an nichts anderem als so dreisten geschäftsmodellen wie es bei den content-agenturen der fall ist. sicher sprichst du auch punkte an, wo ich dir zustimme. wenn man das alles selbst macht, aufträge aquirieren, rechnungen schreiben, mahnungen schreiben etc. wäre der aufwand um vieles größer. andererseits: wenn die webseitenbetreiber content brauchen und sie ihn selbst schreiben müssten, wüssten sie auch, was das für eine arbeit ist, und dass sie mehr wert ist, als 1 cent pro wort. und ich meine nicht mal nebenher schnell 2-3 texte schreiben für ein trinkgeld, sondern das als 40-Stunden-Job zu machen. wer ein händchen dafür hat und gute texte schreiben kann, sollte doch auch entsprechend dafür bezahlt werden.
    ich könnte mich jetzt hier noch lange darüber auslassen. dabei ist das argument im wesentlichen ziemlich einfach.
    wenn content-agenturen aufträge zu preise verkaufen, von denen kein mensch leben kann, wird die grundlage für leute, die sich mit texten ihren lebensunterhalt verdienen wollen, vernichtet.
    da man selbst mit einer maschinenartigen arbeitsgeschwindigkeit, in der man an die tausend wörter pro stunde produziert und so auf 10 euro die stunden kommen könnte, nicht leben kann, ist genau dies der fall: content agenturen zerstören durch diese kampfpreise – oder soll ich sie eher witzpreise nennen – die lebensgrundlage für professionelle texter.
    auftraggeber, die wert auf qualität legen und hochwertigen content von seo-müll unterscheiden können, sollten daraus auch ihre schlüsse ziehen.
    warum man für einen suchmaschinenoptimierten text, der auch inhaltlich etwas taugt, weniger bezahlen sollte als für einen text, wo es „nur“ auf den inhalt ankommt, ist mir auch nicht klar.
    ergo: go, tell it on the mountain, schreibt es an jede toilettenwand von husum bis klagenfurth: egal was du tust, schreib niemals für textbroker!

  11. Mitnichten Sklave 06.02.2015 um 14:19 Uhr Antworten

    Ich habe keinerlei Verständnis für den Sklaven-Text & die – überwiegend arroganten – Kommentare. Wer ernsthaft vom Texten leben will, muss mitnichten für textbroker schreiben. Das Erwähnen der Dumping-Preise gibt einen Punkt für Beitrag & Kommentare. Aber. Ich selbst „huldige“ der Branche seit 2011, verdiente selbst zu Anfangszeiten mit genau dem monierten Textgebaren 12 Euro und schaffe inzwischen locker (ohne Gestümper oder Hirnkrämpfe) 24 Euro pro Stunde. Die Frage ist nur, wo gut bezahlende AG zu finden sind. Liebe Texter, lasst euch nicht entmutigen, die gibt es, ja, auch in Deutschland, und davon mehr als einen! Und nein, für die müsst ihr nicht ethisch verwerflichen Krampf „zusammenstümpern“. Also. Jedem seine Meinung, nur ist diese hier definitiv nicht aus gründlicher Erfahrung geschrieben. Es heißt ja nicht umsonst: „Einmal ist keinmal“.

  12. Texter 07.02.2015 um 10:38 Uhr Antworten

    „Suche Elektroingenieur mit abgeschlossenem Studium in Germanistik, der bereit ist für 3 Euro die Stunde für mich zu arbeiten und sich obendrein noch beschimpfen lässt.“

    So, oder ähnlich würden wohl die Stellenausschreibung der Kunden aussehen, wenn es Textbroker nicht geben würde.

    Schuld an den Preisen sind aber auch die Texter selbst. Würde keiner für diesen Hungerlohn schreiben, dann würde es auch keine Aufträge in dieser Preisklasse geben. Aber ich finde im Web immer mehr „Texter“ die sich für 0,5 Cent pro Wort anbiedern. Einfach schlimm, schlimm, schlimm…

  13. Ichbinsonstniemand 18.02.2015 um 17:18 Uhr Antworten

    Habe heute mein Schreib-Sklaven-Dasein beendet. Die Textanforderungen wurden immer dämlicher. Die Auftraggeber wurden immer frecher. Textbroker? Ich nehme an, in diesen Zeiten hat Recht, wer zahlt. Wer will schon so sein Dasein fristen. Wünscht mir Glück als … …. eben als irgendwas Gutes und Lohnendes.
    Liebe Grüße

  14. Petra Silie 18.02.2015 um 17:44 Uhr Antworten

    Ich bin seit heute kein Schreib-Sklave mehr. Die Textaufträge wurden immer merkwürdiger. Die Kunden wurden immer dreister. Man freut sich schon über ein „super“ vom Kunden. Mehr Geld gibt es dafür trotzdem nicht. Wer will schon so sein Dasein fristen und sich gelegentlich den Kopf kraulen und von anderen beleidigen lassen. Ich bin traurig. Aber leider ist der Job eine einzige Zeitverschwendung, die einen daran hindert etwas zu finden, was die Lebenshaltungskosten deckt. Die letzte Unwahrheit, mein Text sei gespickt mit Rechtschreibfehler (mehrmals durch duden.de gejagt) gab mir den Rest. Ich hoffe für mich und alle anderen, etwas Besseres zu finden.
    Liebe Grüße

  15. Petra Silie 18.02.2015 um 18:02 Uhr Antworten

    Ich bin seit heute kein „Text-Sklave“ mehr. Die Aufträge wurden immer dümmlicher. Die Auftraggeber immer dreister. Ich nehme mein restliches Selbstwertgefühl und versuche etwas Lohnenderes zu finden. Es gab auch Kunden, die so freundlich waren, Texte mit „super“ zu bewerten. Also, gelegentlich gab es Kopfkrauler, ein anderes mal „Schimpfe“. Wer will schon so leben. Der Anlass heute war die Aussage, der Text wäre gespickt mit Rechtschreibfehlern. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich den Text, wie immer, durch die Textprüfung von duden.de gejagt habe. Wieder stundenlange Arbeit für nichts, weil er nicht bezahlt wurde. Der Kunde konnte wohl einfach, nicht sagen, „der Text gefällt mir nicht“. Ich wünsche mir und den anderen Lesern ein besseres Auskommen.
    Liebe Grüße
    Lol, ich gucke ganz genau, ob sich kein Fehler einschleicht…. nicht das jemand schimpft oder ich alles noch einmal schreiben muss.

  16. Robi 26.02.2015 um 19:33 Uhr Antworten

    Ein Lichtblick am Horizont … :o)

    Meine Damen und Herren, wertes Kollegiat,

    ich schreibe schon seit Jahren für Textbroker und Content. Kam bei TB NIEMALS über meine von Anfang an erhaltene Stufe 3, und Content meckert schon rum wegen meiner Stufe 4, weil durch Runterrattern der Texte, hin und wieder Fehler auftauchen. Nichtsdestotrotz…
    Habe schon öfter mal darüber nachgedacht das alles hinzuschmeißen, aber wie so oft im Leben kann man jeden Cent gebrauchen. Und wie so viele Menschen, lassen es die Lebensumstände oft nicht zu einer ’sinnvollen‘ Tätigkeit nachzugehen und die einzige Möglichkeit besteht darin, sich halt auf dem Textmarkt zu versklaven. Bin zwar jetzt nicht vom älteren Semester, aber mir bleibt auch selten Zeit, mich um professionelles Texten zu kümmern, oder einen Blog o.ä. zu betreiben. Hab auch schon sehhhr viel rumprobiert. Wenn einer sinnvolle, und zeitlich flexible Alternativen hat, immer her damit, meine Damen und Herren.

    Dass es vielen so geht sollte klar sein. Daher kann ich es nur nachvollziehen, dass der Unmut über die Methodik genannter Vereine an Diktatur grenzt. Leider gibt immer ‚Idioten‘, die damit ihr Dasein fristen. Genauso, wie es immer ‚Idioten‘ geben wird, die wirklich jeden erdenklichen Job machen, um die vorsätzlich gemachten Abhängigkeiten des Geldsystems zu bedienen (Miete, Strom, Gift-Fraß und WASSER!- ist übrigens kein Menschrecht mehr, freies Wasser).

    Beweis:
    http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/grafik/?id=213

    Daher begrüße ich es sehr, meine Damen und Herren, dass viele Schreibsklaven ihren Dienst quittieren. Ich würde, gerade jetzt, auch gerne hinschmeißen, aber ich brauch die Kröten um Familie und Unkosten zu versorgen.
    DIESER Vorgang sollte sich im Übrigen, auf alle Bereiche der „freiheitlich, demokratischen“ Wirtschaft ausdehnen, denn nur so ist Billiglohn und Schreibsklaverei zu stoppen.
    Dass das alles nach System läuft und die Bundestags- Etc.-Wahlen, reines Schmierentheater sind, sollte JEDEM klar sein. https://www.youtube.com/watch?v=N0WyMI1f1-c

    Und solange alle schuften gehen, sich ausbeuten lassen, und sich um ihren eigenen Scheiß kümmern, wird das auch so bleiben.
    Und es wird noch schlimmer!!!

    Die Lösung: Generalstreik! 🙂

    In diesem Sinne:
    Haut rin und piescht nich in!

  17. Sarah 03.03.2015 um 20:46 Uhr Antworten

    Klar, die OpenOrders sind das, was man auf den ersten Blick sieht. Ich habe auch 4 Sterne bei Textbroker und schreibe inzwischen fast ausschließlich für Teams. Hier liegen die Wortpreise deutlich darüber, was ich mit OpenOrders verdient habe. Natürlich gibt es nicht immer gleich viel zu tun, aber ich kann nicht klagen, was die Auslastung angeht. Viele Grüße

  18. Insa 24.03.2015 um 11:43 Uhr Antworten

    Danke für diesen Text!
    Ich bin gerade auf der Suche nach Jobs für Autoren auch bei textbroker und content.de gelandent und habe dann mal weiter recherchiert und gegooglet und dann glücklicherweise das hier gefunden.

    Liebe Grüße,
    Insa

    1. Birthe Ziegler Post author27.03.2015 um 09:52 Uhr Antworten

      Hallo Claudia! Wir löschen keine Kommentare. Vielleicht hast du vorher bei t3n kommentiert, die den Artikel übernommen haben?

  19. Wolfgang Herzog 07.04.2015 um 08:10 Uhr Antworten

    Hallo Birthe,
    das war ja wohl ein Eigentor für Dich. Wenn Du für 1500 Worte 6 Stunden Arbeit benötigst, fehlt Dir sicherlich etwas Übung (oder Fleiß). Ich schreibe unter anderem als Elektromeister i. R. seit 4 Jahren für Textbroker reine Fachtexte. Der Verdienst ist zugegebenermaßen nicht üppig, aber durch meine DirectOrder-Kunden komme ich auf 8,00 bis 9,00 Euro pro reiner Stunde Arbeitszeit einschließlich Rechtschreibkorrektur. Mittlerweile stehe ich bei circa 1.900 angenommenen Texten und meine Stornoquote beträgt glatte 0 Prozent.
    Was die fachlichen Inhalte der Texte betrifft, magst Du mit gewissen Einschränkungen recht haben. Sieh Dich aber bitte besser erst mal mit offenen Augen um, bevor Du ein Urteil abgibst. Lies mal beispielsweise auf sogenannten Heimwerker-Ratgeberseiten Pseudotexte oder auch unzählige „Fachbeiträge“ in Foren beispielsweise zum Thema Auto. Da rollen sich Dir mit nur einem klein wenig Sachverstand die Fußnägel auf, wenn Du bemerkst, welcher Blödsinn dort oftmals geschrieben wird. Da bekommst Du bei Textbroker wesentlich inhaltsreicheren Fachtextcontent.
    Gruß Wolfgang

  20. Nicole 28.06.2015 um 22:57 Uhr Antworten

    Durch Zufall bin ich auf diese Seite gestoßen und über die negative Bewertung beider Börsen, insbesondere was Content.de betrifft, sehr verwundert. Mir scheint es so, dass viele Berichte auf Erfahrungen von Textern beruhen, die nur kurzzeitig oder sehr sporadisch bei diesen Agenturen aktiv waren. Auch ich habe zu Beginn nur gelegentlich für beide Anbieter gearbeitet, um meine privaten Aufträge bei Bedarf zu ergänzen. Nach weniger als einem Monat sowie einer kleinen Zahl korrekt recherchierter und einwandfrei verfasster Texte, wurde ich höher eingestuft. Nach rund vier Monaten wurde ich in Teams mit lukrativen Aufträgen einbezogen und erhielt Anfragen für eine langfristige Zusammenarbeit per Direktauftrag. Nach einer rationalen Kalkulation, in die ich das Gewinnen von Kunden, die Kommunikation mit Kunden, die Rechnungstellung und teils erhebliche Wartezeiten wegen Zahlungsverzögerungen einbezog, kam ich zu dem Ergebnis: Der Verdienst bei den Agenturen ist mehr als fair. Ich habe mich letztlich dazu entschieden, ausschließlich für Content.de und Textbroker zu arbeiten und es nicht bereut. Seither ist für Aufträge und dauerhafte Kunden stets gesorgt, ohne dass ich hierfür einen Finger rühren muss. Ich halte mich an eine 38 Stunden Woche und kann davon sehr gut Leben, eine große Wohnung finanzieren und in Urlaub fahren. Zudem muss ich sagen, dass ich sehr positiv von dem Arbeitsklima bei beiden Anbietern überrascht bis. Dieses Maß an persönlicher Betreuung, positivem Feedback, kostenloser Weiterbildungen mit Seminaren und konstruktiver Kritik habe ich sogar bei einer Festanstellung nicht erlebt.
    Beide Agenturen geben prinzipiell jedem die Chance, als Texter aktiv zu werden. Es werden keinerlei Universitätsabschlüsse, Arbeitszeugnisse oder ähnliche Dokumente erwartet. Deshalb ist es meines Erachtens selbstverständlich, dass zunächst eine gewisse Leistung erbracht werden muss, um sowohl die Agenturen als auch deren Kunden zu überzeugen. Wenn ich dann aber lese, dass Texte eilig heruntergerattert und fehlerhaft eingereicht wurden, wundern mich auch nicht die negativen Erfahrungen. Entschuldigung, aber schon in der Grundschule ist bei einem Rechtschreibfehler kein sehr gutes Feedback mehr zu erwarten. Texter setzen beim Verfassen entsprechende Programme für die Korrektur ein und können zudem die schlauen Masken der Agenturen nutzen. So erledigen sich diese Mängel normalerweise von selbst. Zudem benötigt es natürlich etwas Übung, um überzeugende Texte auf dem gewünschten Niveau in kurzer Zeit zu erstellen. Selbstverständlich gibt es immer wieder Kunden, die Aufträge mit überzogenen Vorstellungen im offenen Bereich einstellen. Allerdings zeigt sich auch, dass diese sauren Gurken über mehrere Monate auf kein Interesse stoßen.

  21. Andi 23.08.2015 um 19:07 Uhr Antworten

    Liebe Leute,

    ich bin chronisch krank und schreibe leidenschaftlich gern. Ich versuche gerade herauszubekommen, ob content.de und co. eine Verdienstmöglichkeit darstellen, die mich nicht die Palme rauftreibt. Ich habe mir alle Kommentare gut durchgelesen – gut, dass es diese Seite gibt, danke an alle – und ich habe jetzt zwei Eindrücke: Nr. 1: Ich sollte auf keinen Fall für diese Plattformen schreiben, weil das System auf Ausnutzung beruht. Nr. 2: Wenn Du wirklich gut schreibst, bist du bei content.de und co. richtig. Was denkt Ihr dazu?

  22. Stotti 25.09.2015 um 23:42 Uhr Antworten

    Total interessant ist auch, daß wir bei Dir mal sehen können, wie das Ergebnis später auf der Website des Kunden aussieht…
    Verdienst ist natürlich rel. ernüchternd. Für den Auftraggeber siehts schon nicht mehr soo nach Tiefstpreisen aus (wenn auch erschwinglich). Und rechnet man dann noch 19% MwSt. für den Auftraggeber drauf und unterstellt mal grob, daß mit der Steuererklärung noch 25% vom spärlichen Verdienst ans Finanzamt gehen, dann reift bei mir die Erkenntnis, daß alle ringsum mehr mit dem Texter verdienen als der Texter selbst mit seiner Arbeit.
    Verdienst Texter 1,3 ct/Wort -25% EK-Steuer
    ~0,98ct/Wort nach Steuer
    ->dagegen:
    Kosten Auftraggeber 2,2 ct/Wort +19% MwST
    ~2,62ct/Wort

    Die Spanne zwischen 0,98ct/Wort für den Texter und den 2,62ct/Wort ist aufgrund der Individualität der steuerlichen Behandlung nur eine fiktiv ermittelte Spanne, ist aber es ist schon sehr drastisch, wenn man es so gegenüberstellt.
    Die Plattform verdient fast soviel wie der Texter, auch die gesamten Abgaben ans Finanzamt sind nicht viel niedriger.
    Wenn das bei anderen Jobs genauso läuft, braucht sich der eine oder andere nicht wundern, wenn er hinten nicht hochkommt.

  23. gato 27.09.2015 um 18:00 Uhr Antworten

    Hatte mir auch schon gedacht neben dem betreiben meiner eigenen Seite, Artikel für solche Textbroker zu schreiben. Schön das mir schon vorher darüber berichtet wird wie schlecht es bezahlt ist. Dann muss ich wohl zur nächsten zusätzlichen Einnahmenquelle übergehen.

  24. Bjoern 05.11.2015 um 20:07 Uhr Antworten

    … derselbe Selbstversuch, die exakt selben gewonnenen Erkenntnisse – und einiges an verlorener Zeit, innerhalb derer ich mich sonst als gestandener freier Texter und Konzeptioner um die Akquise kümmere. Wer für dieses Geld, nein, „Geld“ Texte erbricht, braucht sich nicht zu wundern, wenn niemand mehr liest. Es ist einfach ein weiteres generisches Geschäftsmodell mit generischen Inhalten für eine generische Welt. Braucht keine Sau, wird aber genommen, wenn es denn schon da ist. Birthe, danke für den feinen Artikel. Santé und guten Abend!

  25. Raphaela Woziak 13.11.2015 um 22:46 Uhr Antworten

    Na ja, liebe Frau Ziegler
    Ob Ihr ausführlicher Erlebnisbericht jetzt substanziell oder vom Verve her der Weisheit letzter Schluss ist, sei einmal dahingestellt. Meinen Anforderungen für einen „lesenswerten Artikel“ würde er jedenfalls nicht entsprechen. Ich bin darauf angewiesen, für verschiedene Projekte qualitativ sehr hochwertige Texte zuzukaufen. Beim Anbieter Content.de habe ich bisher nur beste Erfahrungen mit Top-Autoren im Bereich von 5-6 Cent zzgl. MwSt. gemacht.
    Die Texte sind exquisit und durchweg inspirierter als Ihr langweiliger Blogartikel.
    Meines Wissens erhalten die beauftragten Autoren davon knapp 4 Cent. Wenn man nicht eine solche Tranfunzel wie Sie ist, können Sie sich hochrechnen, wie viel ein Autor, der 400-600 Worte pro Stunde schreibt, verdient.
    Mit diese Beitrag haben Sie sich und der Webseite, auf der sie schreiben keinen Gefallen getan. Er ist überheblich und unangemessen. Gerne übersende ich Ihnen eine Visitenkarte, damit Sie wissen, wo Sie sich garantiert nicht als Dienstleister bewerben brauchen.

  26. Massada Gould 04.12.2015 um 15:24 Uhr Antworten

    Ich bin nun schon seit mehreren Jahren ein „Sklave“ der Plattform Textbroker und es stimmt, es ist ein Hungerlohn. Es lohnt nicht wirklich, denn selbst erfahrene Texter der Eingruppierung 4 müssen für die Recherche soviel Zeit aufwenden, das im Endeffekt nie mehr als 5 Euro Stundenlohn dabei heraus kommen, manches mal noch weit weniger. Das alleine ist es aber nicht. Textbroker bezahlt nicht nur hundsmiserabel, die Plattform reagiert auch auf die kleinste Kritik durch ihre Texter höchst empfindlich und führt entsprechende Strafmaßnahmen durch wie etwa die Abstufung in die Gruppierung 3, wo noch weniger zu verdienen ist. Natürlich immer unter dem Deckmantel ihrer Qualitätsvorgaben. Warum ich trotzdem bei „denen“ schreibe, hängt mit der Einrichtung meines persönlichen Lebensstils zusammen, der kein großes Einkommen erfordert. Ich schreibe Vormittags etwa 6 bis 8 Stunden, das genügt mir dann zum Leben vollkommen. Die große Problematik der Texterbörsen wie Textbroker, Pagecontent oder Content.de ist die Masse der Freizeit-Texter, die zu einem erheblichen Anteil Transferleistungen wie Hartz 4 vom Staat beziehen und nebenher ihre Bezüge aufbessern. Ich selbst gehöre nicht zu dieser Gruppe. Das diese Klientel ihren Nebenerwerb nicht anmeldet, versteht sich von selbst. Würden die Kommunen einmal einen Abgleich von den Texterbörsen verlangen, um zu sehen, wer denn schreibt und zweimal kassiert, würden zwei Dinge gleichzeitig passieren: A) die Kommunen würden Geld einsparen und B) die Texterbörsen hätten auf einen Schlag wesentlich weniger Texter zur Verfügung und müßten sich anpassen, beziehungsweise die noch verbliebenen Texter besser bezahlen, um Aufträge befriedigen zu können. Natürlich würde sich die Anzahl der Textaufträge dann wiederum verringern, aber mal ganz ehrlich, der Struktur des Internets würde es durchaus gut tun, wenn Blogger und sogenannte Publisher ihr Zeug wieder selber schreiben würden und sich nicht mit fremden Federn für ein paar Euro schmücken. Ebenso steigt in der Folge die Qualität der Texte, was wiederum „echtem“ Journalismus zugute kommt. Heute ist ja Jeder Journalist, der einigermaßen das ABC beherrscht und die Kamera in seinem Smartphone bedienen kann.

  27. Kerstin 14.02.2016 um 11:13 Uhr Antworten

    Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen

  28. M.D. 23.03.2016 um 10:39 Uhr Antworten

    6 Stunden für einen Text? So etwas tippe ich in 15 – 20 Minuten runter. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass die Entlohnung wirklich nicht die beste ist, egal um welchen Anbieter es sich handelt. Dennoch mache ich z.B. bei CrowdGuru seit Monaten mit. So kann man sich ein nettes Nebeneinkommen verdienen und zum Beispiel die Bafög-Rückzahlungen finanzieren 🙂

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  2. Das muss ein guter Webtexter drauf haben

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