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Hier ist eine Firma, die Google echt mal ärgern könnte – und sie wächst massiv seit Anfang des Jahres

Verzicht auf Nutzer-Tracking als USP: Wie DuckDuckGo sich vom Marktführer absetzen will

Gabriel Weinberg, Gründer und CEO von DuckDuckGo

Gabriel Weinberg, Gründer und CEO von DuckDuckGo


Von durchschnittlich 3,73 Millionen Suchanfragen pro Tag zu Anfang dieses Jahres auf 6,76 Millionen Suchanfragen Mitte November: Die Nutzerzahlen von DuckDuckGo steigen weiterhin stark an – auch, weil der Dienst seit Kurzem in den Browern Safari und Firefox als Standardsuchmaschine nutzbar ist. Von den Zahlen des Branchenprimus Google ist das Startup zwar immer noch weit entfernt. Die VC-Firma Union Squares Ventures, früher Investor u.a. von Twitter und Tumblr und jetzt an DuckDuckGo beteiligt, glaubt jedoch an das langfristige Potenzial von Duck Duck Go – und vergleicht die Situation mit jener des Software-Marktes vor zwei Jahrzehnten.

„Unser Vertrauen in Gabriel (Gründer Gabriel Weinberg, Anm. von OMR) und DuckDuckGo ist davon geprägt, dass wir den Niedergang von Microsofts Hegemonie in den 90ern beobachtet haben“, schrieb Partner Brad Burnham im Jahr 2011 im USV-Blog anlässlich einer Finanzierung von DuckDuckGo in Höhe von drei Millionen US-Dollar. Die Vorherrschaft Microsofts sei durch eine Verschiebung vom Desktop ins Web und von abgepackter Software hin zu Open Source gebrochen worden, denn durch diese hätten sich die Grundlagen des Wettbewerbs geändert, so Burnham. Mit einem ähnlichen Paradigmenwechsel rechnet der Investor auch im Suchmaschinenmarkt.

Die Traffic-Entwicklung von DuckDuckGo: Besonders der NSA-Skandal (C) und die Aufnahme in den Safari- und den Firefox-Browser (D&E) haben die Zahl der Suchanfragen steigen lassen

Die Traffic-Entwicklung von DuckDuckGo: Besonders der NSA-Skandal (C) und die Aufnahme in den Safari- und den Firefox-Browser (D&E) haben die Zahl der Suchanfragen steigen lassen


DuckDuckGo existiert seit 2007. Erstes Ziel des Gründers Gabriel Weinberg war es, ein Suchmaschine zu bauen, in deren Ergebnissen sich weniger Spam finden und die Informationen aus anderen Datenbanken (wie etwa Wikipedia und der Filmdatenbank IMDB) direkt auf der Ergebnisseite einbindet. Nach Firmenangaben nutzt DuckDuckGo heute für die Zusammenstellung der Suchergebnisse zwar auch einen eigenen Crawler, greift aber auch auf eine Vielzahl anderer Quellen, darunter Bing, Yahoo und Yandex, zu. Eine weitere Idee Weinbergs zum Zeitpunkt der Gründung: die Einbindung einer Community, um die Qualität der Ergebnisse zu verbessern. „Ich besuchte damals einen Glasmalereikurs, in dem eine Liste mit Links dazu verteilt wurde, wo sich im Netz die besten Informationen über Glasmalerei finden lassen. Sie hatten mit Googles Suchergebnissen nichts gemein. Ich wollte deswegen versuchen, die Links aus den Köpfen der Leute in meine Suchmaschine zu bekommen“, so Weinberg in einem Interview mit dem britischen Guardian.

Die direkte Einbindung von Antworten (bei DuckDuckGo „Instant Answers“ genannt) praktiziert seit 2012 auch Google mit dem „Knowledge Graph“. Wichtigstes Alleinstellungsmerkmal von DuckDuckGo dürfte heute sein, dass das Unternehmen eigenen Angaben zufolge keinerlei Daten seiner Nutzer speichert. Dieses Bedürfnis war von ersten Test-Usern kurz nach dem Launch der Suchmaschine an Weinberg heran getragen worden. „Weder sammeln wir persönliche Daten, noch geben wir sie weiter. Das ist im Grunde unsere Datenschutzbestimmung“, heißt es auf der Website des Dienstes.

Monetarisierung durch Yahoo-Ads und Affiliate Marketing

Geld verdient DuckDuckGo auf zwei Weisen: Zum einen blendet das Unternehmen eine einzige Anzeige alleine auf Basis des aktuellen Suchbegriffs des Nutzers ein. Die Werbung wird von Yahoo vermarktet. Zum anderen ist das Unternehmen Affiliate-Publisher von Amazon und Ebay. Jedesmal, wenn also ein Nutzer über DuckDuckGo auf einen der beiden Online-Marktplätze gelangt und dort etwas kauft, erhalten die Betreiber der Suchmaschine eine Provision. 2011 soll DuckDuckGo mit diesen beiden Erlössäulen 115.000 US-Dollar umgesetzt haben. Aktuelle Zahlen sind nicht bekannt. Das britische Magazin „Techradar“ berichtet von Schätzungen, dass die Suchmaschine in den ersten fünf Monaten des Jahres 2014 850.000 US-Dollar umgesetzt habe – jedoch ohne ein Quelle.

Es wäre nicht erstaunlich, sollte diese Schätzung der Wahrheit entsprechen. Denn nach den Enthüllungen rund um die NSA seit Juni 2013 ist die Popularität von DuckDuckGo explodiert – auch, wenn umstritten ist, ob die Daten der Nutzer bei der alternativen Suchmaschine wirklich vor den Geheimdiensten geschützt sein können. Der US-Branchenblog Search Engine Land spekuliert trotzdem, ob die von Paoli in Pennsylvania aus betriebene Suchmaschine Microsofts Bing überholen könnte. Denn auch wenn nur 7 Prozent der Teilnehmer einer nicht repräsentativen Search-Engine-Land-Umfrage DuckDuckGo kannten, so seien mehr als zwei Drittel von ihnen um den Schutz ihrer Daten besorgt.

Bislang nur ein Bruchteil des Traffics von Google

Offenbar treiben die wachsenden Bedenken der Verbraucher immer mehr Nutzer in die Arme von DuckDuckGo. „Wir wachsen jedes Jahr 200 bis 500 Prozent; die Zahlen werden immer größer“, wird Gabriel Weinberg in einem Porträt des US-Magazins Fast Company aus dem Februar dieses Jahres zitiert. Anfang 2012 hatte die Suchmaschine noch nicht einmal eine halbe Million Suchanfragen täglich verzeichnet. Mittlerweile sind es eigenen Angaben zufolge fast sieben Millionen. Zwar war der Traffic Mitte des laufenden Jahres zuerst leicht zurück gegangen. Seitdem es aber sowohl in Apples Safari-Browser (seit September) als auch im Firefox (Ende Oktober) möglich ist, DuckDuckGo als Standard-Suchmaschine voreinzustellen, haben die Nutzungszahlen wieder stark angezogen.

Mit Google ist DuckDuckGo in puncto Nutzung jedoch bei Weitem noch nicht zu vergleichen. 2012 verzeichnete der Marktführer 1,2 Billionen Suchanfragen weltweit; aktuelle offizielle Zahlen sind nicht bekannt. Selbst wenn DuckDuckGo also die Zahl der Suchanfragen in diesem Jahr verzwei- oder verfünffachen sollte (2013 wurden eine Milliarde Suchen über den Dienst durchgeführt), ist die Suchmaschine vom Volumen Googles noch weit entfernt.

Unter den kleineren, alternativen Suchmaschinen liegt DuckDuckGo derzeit immerhin weit vorne. Konkurrent Blekko beispielsweise hat 60 Millionen US-Dollar Investitionen eingesammelt (zum Vergleich: DuckDuckGos gesamtes Funding-Volumen beläuft sich auf 3 Millionen US-Dollar), konnte diese aber offenbar nicht wirklich zu seinem Vorteil nutzen:

„Geld einzusammeln ist nicht das Geheimnis des Erfolges“, schreibt Union-Square-Ventures-Manager Fred Wilson, „sondern was man baut, wie man es in den Markt bringt und monetarisiert.“

 
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5 Kommentare

  1. Dani 21.11.2014 um 21:30 Uhr Antworten

    Ich finde es super das sich einer Traut hoffentlich wird es mehr erfolg haben genau das gleiche mit Ebay da sollte sich auch einer trauen wird solangsam Zeit 😉

  2. Dirk Schiff 22.11.2014 um 11:05 Uhr Antworten

    Das wäre echt spannend,wenn Google mal ernsthafte Konkurrenten bekommen würde. Ich bin sehr gespannt.

  3. Christopher 22.11.2014 um 15:21 Uhr Antworten

    Auf Selbständig im Netz ist gestern ein Artikel erschienen (http://www.selbstaendig-im-netz.de/2014/11/21/suchmaschinen/einblicke-in-eine-neue-suchmaschine-google-dominanz-datenschutz-zukunft-und-mehr/), bei dem es um ein ähnliches Thema aber ein anderes Unternehmen geht. Äußerst interessant, dass es scheinbar einen Hang zum Trend dazu gibt, Alternativen zu Google zu schaffen. Ich glaube trotzdem, dass das langfristig nicht funktioniert, da kein Unternehmen Google im Hinblick auf Technik und natürlich Kapital Paroli bieten kann.

  4. Werner 24.11.2014 um 10:08 Uhr Antworten

    Google kann ja nicht für immer seine Position halten. Wer glaubt schon ernsthaft, dass dieser Monopol ewig hält. Die Frage ist nun wann…Vielleicht nicht heute oder morgen, aber allein die Tatsache, dass es so viele versuchen, zeigt die Wille Alternativen zu Google zu entwickeln.

  5. Thomas 26.11.2014 um 08:03 Uhr Antworten

    Es wäre wirklich wünschenswert einen echten Konkurrenten neben Google zu haben. Unter dem Strich müssen wir realistisch sein, falls es zur Gefahr wird, fliesst eine unglaubliche Summe und der Wettbewerber ist vom Markt. Aus meiner Sicht wird es langfristig kaum mehr Konkurrenz geben. Was würdet Ihr als Google tun 😉

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