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APIs statt MBAs: Die neue große Marketing-Disziplin ist Growth-Hacking

Wenn Ihr mal wieder einen neuen Marketing-Chef sucht: Vergesst den klassischen Lebenslauf. Worauf es wirklich ankommt:

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Es ist kein Geheimnis: Unsere Branche liebt Buzzwords. Egal ob Clickbait, Big Data oder Native Advertising – wir sind da sehr flexibel und brauchen nur ab und an was Neues. Schon seit einiger Zeit läuft uns ein Buzzword aber besonders häufig über den Weg: Growth-Hacking. Immer mehr Unternehmen und vor allem Startups sind händeringend auf der Suche nach diesen sogenannten Growth-Hackern. Aber was machen die eigentlich genau? Und warum ist diese Marketing-Disziplin gerade der heiße Scheiß? Wir haben die Antwort!


Zum ersten Mal ging der Begriff Growth Hacker 2010 durch die Szene. Sean Ellis, der seitdem ein wenig als Erfinder dieser Disziplin gilt, bezeichnete einen Growth Hacker in einem Blogpost als jemanden, dessen übergeordnetes und absolutes Ziel Wachstum ist. Klingt im ersten Moment nicht wirklich spektakulär, schließlich wollen wir ja alle irgendwie wachsen. Sind wir jetzt also alle Growth Hacker? Natürlich nicht. Sonst wäre es ja auch irgendwie nichts Besonderes mehr.

Was unterscheidet einen Growth Hacker vom klassischen Marketer?

Eine allgemeingültige oder halbwegs offizielle Definition gibt es noch nicht. Beschäftigt man sich aber kurz mit dem Thema und folgt den bekannten Namen in der Szene, entsteht ziemlich schnell ein klares Bild. Andrew Chen beispielsweise, selbst einer der bekanntesten und profiliertesten Growth Hacker (außerdem Investor bei zahlreichen Startups und Unternehmen wie Dropbox, AppSumo, Product Hunt und AngelList), beschreibt sich und seine Tätigkeit als eine Mischung aus Marketer und Programmierer. Er stellt sich zwar auch die klassische Marketing-Frage „Wie bekomme ich Kunden für mein Produkt?“, beantwortet sie aber sehr technisch mit A/B-Tests, optimierten Landing Pages, Viralität und einem Haufen von Daten. Er sagt: „Projects like email deliverability, page-load times, and Facebook sign-in are no longer technical or design decisions – instead they are offensive weapons to win in the market.“

Seiner Meinung nach müsse deshalb an die Stelle eines klassischen Marketing-Chefs, der unter sich eine Reihe von technisch weniger gewandten Angestellten hat, ein Growth Hacker rücken, der fähige Programmierer leitet, selbst auch technisch sehr versiert ist aber eben gleichzeitig auch alle Marketing-Standards beherrscht. Nur so könnten neue Produkte auf den großen Plattformen bestehen. Denn da liege auch der entscheidende Unterschied im Vergleich zu noch vor ein paar Jahren: Heute können neue Produkte auf Facebook & Co. in nur kurzer Zeit Millionen von Menschen erreichen. Andrew Chen sagt dazu: „The fastet way to spread your product is by distributing it on a platform using APIs, not MBAs. Business development is now API-centric, not people-centric.“

Airbnb und die Einbindung auf craigslist.org als Beispiel für erfolgreiches Growth Hacking

Als Beispiel nennt Chen die Strategie von Airbnb, dem Vermittlungsportal für Übernachtungen. Mit Hilfe eines selbstgebauten Bots ermöglichte das Portal eine direkte Anbindung an craigslist.org, die vor allem in den USA extrem populäre und weltweit wohl größte Anzeigenseite überhaupt. Das Besondere: craiglist.org stellte gar keine API zur Verfügung, die das möglich gemacht hätte. Nur durch einen ziemlich hohen technischen Aufwand seitens Airbnb (die technischen Details hier zu erklären würde zu weit führen, Andrew Chen beschreibt diese Maßnahme aber sehr genau in seinem Blog-Eintrag), wurde jedem Nutzer, der eine Wohnung inserierte, vorgeschlagen, das Angebot auch auf craigslist.org zu teilen. In der Folge gingen Traffic und Nutzerzahlen durch die Decke. Growth Hacking im wahrsten Sinne des Wortes. Wäre darauf ein klassischer Online-Marketer gekommen? Wohl kaum.

Dank der Einbindung von Craigslist explodierte die Nutzerzahl von Airbnb.

Dank der Einbindung von Craigslist explodierte die Nutzerzahl von Airbnb.

Ihr merkt schon: Growth Hacking ist ein heißes Thema, was die Branche garantiert noch lange Zeit beschäftigen wird und wie wir glauben die Anforderung an wirklich gute Marketer maßgeblich beeinflusst. Eine gute Übersicht mit verschiedensten Cases zum Thema bieten das Portal growthhackers.com oder diese Liste mit einer Auswahl von 100 Top-Influencern und Brands im Bereich Growth Hacking. Nicht zuletzt auf Grund dieser steitig steigenden Relevanz hatten wir schon zu der Premiere unserer New Platform Advertising-Konferenz im Juni dieses Jahres Neil Patel, seines Zeichens Growth-Hacking-Pionier und –Legende, (hat zum Beispiel techcrunch.com groß gemacht) eingeladen. Leider konnte er durch ein paar unschöne Probleme am Flughafen in Las Vegas dann doch nicht kommen – ist dafür aber schon jetzt fest für unsere nächste große Online Marketing Rockstars-Konferenz im Februar 2016 eingeplant. Außerdem sind wir noch an dem einen oder anderen weiteren Profi auf diesem Feld dran. Ihr dürft gespannt sein.

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5 Kommentare

  1. RandomUser 17.08.2015 um 19:40 Uhr Antworten

    „Long story short, this kind of integration is not trivial.“

    Hehe,… jeder halbwegs intelligente Webentwickler und OneManShow-Marketer, der auf BHW unterwegs war, hätte genau das getan.
    Hab da echt sehr viele kreative Köpfe gesehen. Aber wie immer, sind die erst für die halbseidenen Industrien tätig geworden und haben richtig Schotter gemacht, bevor die Lappen in den Konzernen davon überhaupt Wind bekommen haben, geschweige denn die Personaler. Und hier in D. schon gar nicht. Ohne Scheine geht nix! Freut mich zu sehen, daß jetzt ein großer Bedarf nach jenen welchen steigt und ein branchentypischer Hype gefahren wird. Anyway, ick bin raus. außer kreativem Kekse schmeißen zum Spaß, interessiert mich der Rotz nicht mehr. Dank den Big-Four! Auf Teletext mit plattform-übergreifendem Tracking hab ick keinen Bock!

  2. Ben Harmanus 19.08.2015 um 11:46 Uhr Antworten

    Ich sehe nicht, dass Growth Hacking eine große Marketing-Disziplin wird. Es nennen sich vielleicht viele Growth Hacker, aber seien wir mal ehrlich: Kaum einem dieser „Growth Hacker“ wird jemals ein Growth Hack gelingen:

    Im Unbounce Blog habe ich meinen Standpunkt ausführlich niedergeschrieben:

    Was ist Growth Hacking – und was nicht?
    http://unbounce.com/de/conversion-optimierung/was-ist-growth-hacking-und-was-nicht/

    Viele Beispiele, weiterführende Links und Zusatzinformationen, z.B. zum Growth Manager Programm von Rocket Internet.

    Grüße, Ben

  3. Growth Hacker Andreas 01.07.2016 um 06:41 Uhr Antworten

    Hey super Beitrag… freut mich das das Thema verbreitung findet. Ich möchte das Thema auch verbreiten und erstellte dazu einen Video Kurs. Unter meiner stolzen Domain http://growth-hacks.de stelle ich solche vor und zeige auch wie man diese nachmachen kann.

  4. Hendrik Lennarz 14.11.2016 um 14:27 Uhr Antworten

    Growth Hacking liegt im Trend, klaro. Lagen SEO, Social-Media 6 Performance Marketing auch, bevor sie für tot erklärt wurden.

    Für mich persönlich liegt die wahre Kraft des Growth Hackings deshalb auch viel eher darin, dass man Marketing nicht mehr als Marketing-Disziplin ansieht. Es ist vielmehr der richtige Mix aus Produkt, Technologie und Marketing. Ein Mindset, das man in den meisten Unternehmen eben nicht vorfindet, da man hier noch sehr bewusst in Abteilungs-Silos unterwegs ist.

    Sehr schade, aber es ist nie zu spät. Growth Hacking kann somit auch ein wichtiger Baustein in der richtigen Digitalisierungs-Strategie sein…sogar ein sehr konkreter, da es sich im Bullshit-Bingo-Set der Digitalisierungs-Berater eins-zu-eins messen lässt 😉

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