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Wie die Erfinder von Spam gegen Spam kämpften

Spam ist nicht gleich Spam – über den Ursprung der Bezeichnung für Mail-Müll

(Foto: Susan Sermoneta / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0)

(Foto: Susan Sermoneta / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0)

 

Viagra-Werbung, megagünstige Kredite oder der entfernte Verwandte, der ganz dringend Geld benötigt. Jeden Tag werden Mails mit diesem oder ähnlichem Inhalt millionenfach versandt. Doch obwohl wir täglich damit zu tun haben, wissen wohl die wenigsten, wo der Name „Spam“ seinen Ursprung hat. Nur soviel sei verraten: Die Komikertruppe Monty Python hat ihre Finger im Spiel. Und ganz viel Dosenfleisch.

Als die Hormel Food Cooperation aus Minnesota 1937 das Dosenfleisch „Spam“ auf den Markt brachte, hat sicherlich keiner damit gerechnet, dass dieses Kunstwort (vermutlich eine Schöpfung aus „Spiced Ham“) ein paar Jahrzehnte später eine völlig andere Bedeutung erhält. Schließlich wurde extra ein Wettbewerb zur Namensgebung ins Leben gerufen. Der Gewinner erhielt damals immerhin 100 US-Dollar – und schrieb damit Geschichte. Das Frühstücksfleisch, bestehend aus etwa 95 Prozent gepökeltem Schweinefleisch, wurde zu einem weltweiten Erfolg und einem der amerikanischen Symbole der Kriegs- und Nachkriegszeit.

Monty Python’s Spam-Sketch schafft eine neue Wortbedeutung

1969 taten sich dann sechs junge Briten zur Komikergruppe Monty Python zusammen. Mit teils deftigem schwarzen Humor erlangten sie durch ihre BBC-Serie  „Monty Python’s Flying Circus“ schnell Bekanntheit; Film-Klassiker wie „Die Ritter der Kokosnuss“ (1975) oder „Das Leben des Brian“ (1979) taten ihr Übriges. Und ganz nebenbei  legten sie mit dem Spam-Sketch schon 1970 den Grundstein für eine neue Wortschöpfung.

In den Chatrooms der Frühzeit des Internets, also in den späten 80er-Jahren, soll sich „Spam“ als Antwort auf unpassende oder nervende Beiträge etabliert haben. Als dann E-Mails immer populärer wurden und die ersten unerwünschten Werbenachrichten durch die Leitungen gingen, verfestigte sich der Begriff immer mehr. Heute steht unter „Spam“ im Duden: „unerwünschte massenhaft per E-Mail oder auf ähnlichem Wege versandte Nachrichten“. Erst beim Punkt Herkunft wird der Zusammenhang mit dem Dosenfleisch klar: „…ursprünglich Spam Frühstücksfleisch“.

Ein Markenname bekommt eine neue Bedeutung

Jaynee Dykes Shermann, Brand Product Manager bei Hormel Foods, beschreibt in der Süddeutschen Zeitung (Nr. 159, 14. Juli), wie diese Entwicklung innerhalb des Unternehmens erlebt wurde. Jede Werbung sei auch gute Werbung, wird sie dort zitiert. Allerdings räumt sie auch ein, dass „diese negative Konnotation“, die die Marke plötzlich erhielt, für Bauchschmerzen gesorgt hätte. Nach der Jahrtausendwende versuchten sich die Anwälte von Hormel Foods dann daran, den Markennamen zu schützen. Sie reichten Abmahnungen und Klagen ein – nicht gegen die allgemeine Verwendung des Wortes, sondern gegen Unternehmen, die das Wort „Spam“ in ihre Firmentitel aufgenommen hatten.

Es gab viele außergerichtliche Einigungen. Nur die amerikanische Firma Spam Arrest wollte nicht so, wie die Anwälte des Frühstücksfleisches. Bis 2007 dauerte der Rechtsstreit durch die verschiedensten Gerichte; dann entschied das U.S. Trademark Trial. Die neue und gängige Verwendung des Wortes „Spam“ würde dem Unternehmen keinen Schaden zufügen. Hormel Foods hatte längst verstanden, die Herkunft der neuen Wortbedeutung für  das eigene Marketing zu nutzen. Als 2005 das Musical „Monty Python’s Spamalot“ in New York und Chicago startete, würdigte das Unternehmen dies mit der Spam-Sonderedition „Golden Honey Grail“ (in Anlehnung an die Suche nach dem heiligen Gral). Im Jahr 2013 setzte Hormel 8,75 Milliarden US-Dollar um.

E-Mail-Spam nimmt weltweit ab

 

Neulich im Spamordner

Neulich im Spamordner

Während Hormel Foods sich also inzwischen mit der Situation arrangiert hat, nimmt der Anteil von unerwünschten Werbenachrichten ab. Laut Kasperskys jährlichem Spam-Report  machten Spam-Mails im Jahr 2013 durchschnittlich 69,6 Prozent des weltweiten Mailverkehrs aus – 2,5 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr davor. 3,2 Prozent davon enthielten darüber hinaus Schädlingsprogramme, die Login-Daten und Passwörter abgreifen sollen. Der Großteil aller Spam-Mails kommt mit 55,5 Prozent weiterhin aus Asien.

 
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2 Kommentare

  1. DerSiedler 21.07.2014 um 12:46 Uhr Antworten

    Ich kam mit Neugier und ging mit Hunger.

    1. Roland Eisenbrand 22.07.2014 um 12:27 Uhr Antworten

      Hoffentlich haben wir Dich nicht „informationshungrig“ hinterlassen, sondern mit Hunger auf Dosenfleisch…

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