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Wie ein noch nicht gelaunchtes, 220 Millionen US-Dollar schweres Start-up einen 28-jährigen Versicherungsangestellten in drei Wochen reich machte

Mithilfe von obskuren Websites trägt ein Familienvater den Sieg eines Referral-Programms zum Launch von Jet.com davon

Eric Martin (Quelle: Fusion)

Eric Martin (Quelle: Fusion)

Mit einer ungewöhnlichen Methode gewann der 28-jährige Eric Martin aus Pennsylvania einen ebenso ungewöhnlichen Online-Wettbewerb. Die Teilnehmer sollten dem noch nicht einmal gelaunchten Online Shopping Club Jet.com möglichst viele Mitglieder beschaffen. Mit der lukrativen Prämie von 100.000 Unternehmensanteilen vor Augen investierte der bei einer Bestattungsversicherung Angestellte drei Wochen Arbeit und 18.000 US-Dollar in Online-Marketing-Maßnahmen, um am Ende tatsächlich zu gewinnen. Nun ist er – zumindest auf dem Papier – Millionär. Wir erzählen Euch, wie Eric Martin 8.167 Leads generiert hat.

10 bis 20 Millionen US-Dollar für die Gewinner eines Online-Wettbewerbs

Der 28-jährige Familienvater Eric Martin aus Pennsylvania, der als IT-Spezialist bei einer Firma für Bestattungsversicherungen arbeitet, las bei Bloomberg Businessweek einen Artikel über Jet.com. Seit November 2014 konnten sich Nutzer bei dem Jet Insiders-Programm für eine kostenlose sechsmonatige Test-Mitgliedschaft anmelden und an einem Online-Contest teilnehmen. Ziel des Wettbewerbs war es, möglichst viele neue Mitglieder zu akquirieren. Dem User, der die meisten Neu-Registrierungen über seinen Referral-Link verzeichnen konnte, winkte ein Preis von 100.000 Anteilen an dem Unternehmen. Für die neun Leute mit der nächsthöchsten Anzahl von Anmeldungen gab es jeweils noch 10.000 Aktien. Das Unternehmen hat sich nicht dazu geäußert, welchen Wert diese Anteile im Verhältnis zum Gesamtwert der Aktien haben – er könne sich aber durchaus auf zehn bis zwanzig Millionen US-Dollar belaufen.

Neugierig auf die Idee registrierte sich Eric Martin bei dem Insiders-Programm und dem Contest, wie Fusion berichtet. Auch wenn dieser schon seit November 2014 lief und seine Hoffnung auf den Gewinn bei bereits 200.000 Teilnehmern gering war, meldetet er sich am 15. Januar, drei Wochen vor Wettbewerbsende, an. Martin mobilisierte seine ganze Familie, sich bei Jet anzumelden. Er bemerkte, dass er schon mit den wenigen Anmeldungen, die über einen Referral Link seinem Account zugeschrieben wurden, relativ schnell im Ranking des Wettbewerbs aufstieg. Mit einer kostenlosen 30-tägigen Testversion einer Statistik-App rechnete er aus, wie viele Registrierungen er noch benötigen würde, um an die Spitze des Rankings zu kommen. Das Ergebnis: Mit 2.000 Referrals dürfte ihm der Sieg sicher sein.

Um sein Ziel zu erreichen, schaltete Eric Martin erst einmal Facebook Anzeigen mit einer kurzen Beschreibung zum Wettbewerb und seinem Referral Link. Das Resultat war ernüchternd. Google AdSense kam für ihn auch nicht als passende Werbemaßnahme in Frage, schließlich waren schon zahlreiche andere Teilnehmer auf dieselbe Idee gekommen.

Kampagnen bei Swagbucks und Gifthulks statt Facebook Ads

Stattdessen startete Martin Kampagnen bei Swagbucks und Gifthulks. Das sind Plattformen, bei denen angemeldete Mitglieder – hauptsächlich Mütter – verschiedene Angebote nutzen oder Werbemaßnahmen durchführen, wofür sie mit einer digitalen Währung vergütet werden. Swagbucks bietet unter anderem eine Suchmaschine, Spieleportale, Online-Shops und Umfragen an. Für ihre Aktivitäten bekommen die Nutzer „Swagbucks“ gutgeschrieben, die sie anschließend in Geld oder Gutscheine umtauschen können. Ein Swagbuck hat ungefähr den Wert eines Cents. Für 500 Einheiten der digitalen Währung gibt es zum Beispiel einen Fünf-Dollar-Gutschein von Amazon. Die Teilnahme an Umfragen ist dabei besonders lukrativ – dafür bekommen die User etwa 2000 Swagbucks. Anmeldungen bei Mailinglisten sind ebenso üblich. Und so kam Martin auf die Idee, seinen Referral Link genau bei diesen Portalen zu platzieren. Mit einer Kampagne für 3.000 US-Dollar bei Swagbucks erreichte Martin in wenigen Tagen fast 2.000 Anmeldungen. Im Ranking des Jet-Contests stieg er auf den 7. Platz. Der Erstplatzierte verzeichnete zu diesem Zeitpunkt 4.000 Neuanmeldungen.

Screenshot von swagbucks</a

Screenshot von swagbucks

Nachdem Martin in der Folgewoche tausende von Dollar in Kampagnen bei Swagbucks und Gifthulk investierte, erreichte er am 3. Februar, drei Tage vor dem Ende des Wettbewerbs, den ersten Platz im Ranking. Mit hohen Investitionen in Google Ads versuchte die Konkurrenz am Ende noch einmal alles, um zu gewinnen. Doch mit Kampagnen für insgesamt 18.000 US-Dollar auf Seiten, die Martins Konkurrenten nicht bespielten, konnte er den Contest am 6. Februar mit 8.167 von ihm initiierten Neuanmeldungen tatsächlich gewinnen – und damit 100.000 Aktien an Jet.com. Auf dem Papier ist Eric Martin jetzt Millionär mit einem großen Anteil an einem der vielversprechendsten Start-ups des Jahres. Sollte Jet.com scheitern, wären seine Aktien wertlos und 18.000 US-Dollar aus finanzieller Sicht verschwendet – für seine Eigen-PR dürfte sich die Aktion aber allemal gelohnt haben.

„Ich fühle mich mit dem Erfolg des Unternehmens verbunden“, sagte Martin gegenüber Business Insider. „Wenn es nicht klappt, werde ich enttäuscht sein. Aber ich habe diesen Wettbewerb auch als Chance gesehen, meine Marketing Skills unter Beweis zu stellen und einzigartige Problemlösungen zu finden. Es ist eine coole Geschichte und ich hoffe, es wird sich lohnen.“ Sollte sich das Geschäft für ihn rentieren, könne er sich vorstellen, ein eigenes Business aufzubauen. Er interessiert sich für Crowdfunding-Konzepte.

Jet.com wird mit 600 Millionen US-Dollar bewertet

Jet.com zählt schon jetzt zu einem der meist gehypten Start-ups des Jahres. Der Online Shopping Club hat bereits mehr als 220 Millionen US-Dollar eingesammelt und wird mit knapp 600 Millionen US-Dollar bewertet – und das alles, obwohl der Shop noch nicht einmal gelauncht wurde. Der ungewöhnliche Online-Contest hat dem Start-up aus PR-Sicht viel gebracht. Viele Medien wie CNN und Business Insider haben darüber berichtet. Das Vertrauen der Investoren von Jet.com ist nicht zuletzt auf den Gründer Marc Lore zurückzuführen. Lore hat unter anderem die E-Commerce-Plattform Quidsi mit den Seiten Diapers.com und Soap.com 2011 für 545 Millionen US-Dollar an Amazon verkauft.

Screenshot von Jet.com</a

Screenshot von Jet.com

Wenn Jet.com wie auf der Website angekündigt in diesem Frühjahr startet, werden die Mitglieder 49,99 US-Dollar im Jahr bezahlen müssen, um die Vorteile des Online-Shops nutzen zu können. Die Geschäftsidee beruht auf einem dynamischen Preismodell, durch das der geringste Preis eines Produkts für den jeweiligen Kunden ermittelt wird. Dabei will Jet versuchen, die Preise von Produkten, die bei Amazon erhältlich sind, systematisch zu unterbieten.

 
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2 Kommentare

  1. Marcel 18.03.2015 um 16:07 Uhr Antworten

    Damit ist der wirklich durchgekommen? Die gewonnenen Kunden waren doch praktisch nichts wert…?

  2. Birthe Ziegler Post author18.03.2015 um 16:18 Uhr Antworten

    Hi Marcel! So kann man es natürlich sehen. Aber ich denke, aus PR-Sicht hat sich diese Aktion für Jet gelohnt – unabhängig davon, wie viele „gekaufte“ registrierte Nutzer am Ende tatsächlich zu Kunden werden.

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  1. Daniels OM-Rückblick KW 11/2015 - Kolumne24.de | Kolumne24.de

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